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Sind Nationalparks wirklich schlecht?

halmahera_sueWalter Harscher, Chef von Extra Divers Worldwide, hat sich in einer Broschüre, die der Zeitschrift ‘Tauchen’ (02/2015) beiliegt, zum Thema Nationalparks geäußert.

Nicht ganz überraschend kann er in all diesen Maßnahmen keinen wirklichen Sinn erkennen. Es würden Gebühren erhoben, ohne dass erkennbar werde, was mit dem Geld der Tauchgäste Sinnvolles geschehe. Leidtragende seien die Tauchbasen, die sich die Beschwerden der Tauchgäste über die nicht eingehaltenen Nationalparkregeln anhören müssten aber nichts dagegen unternehmen könnten.

Völlig Unrecht hat er damit nicht. Seit ich vor dreißig Jahren mit dem Tauchen in Indonesien angefangen habe, hat es immer wieder (berechtigte!) Klagen über den nicht ausreichenden Schutz der Nationalparks und ‘Protected Areas’ in Indonesien gegeben. Die ständige Korruption und unqualifiziertes, schlecht bezahltes Personal sind keine guten Voraussetzungen für den Schutz der indonesischen Nationalparks.

Nur muss man hier aber auch die Frage stellen, wie es heute ohne die Einrichtung von Nationalparks und geschützten Zonen aussehen würde? Komodo, Bunaken und Raja Ampat wären längst ausgeplündert und zerstört. Wer in Indonesien herumgekommen ist, kann davon ein Lied singen! Für die Zerstörung von einst traumhaften Tauchgründen reicht oft der Besuch eines Dynamitfischerbootes aus. Vielfach erledigen die Einheimischen diesen Job sogar selbst und zerstören damit ihre Lebensgrundlage. So haben z. B. die Bewohner der sogenannten Manta Bay in Süd-Halmahera ihre Bucht völlig zerbombt, nachdem sie von chinesischen Händlern im Austausch von Haifischflossen und Manta-Reusenapparaten mit Dynamit versorgt wurden.

Nationalparks machen also sehr wohl Sinn, weil sie – auch in Indonesien – dazu beigetragen haben, die Zerstörung der Natur zu begrenzen. So könnte auch die Einrichtung eines Meeres-Nationalparks in Süd-Halmahera zu einem nachhaltigen Schutz der Riffe und Fischbestände beitragen. Daran haben Extra Divers Worldwide aber offensichtlich kein Interesse. Sie setzen dann doch lieber auf ihr angebliches ‘Welt-Exklusiv-Recht‘, dieses Gebiet von der zweifachen Größe Raja Ampats alleine zu betauchen. Ein Nationalpark in Süd-Halmahera würde dann nur stören, denn den müsste man – gegen eine Nationalparkgebühr – mit allen anderen teilen.

Haifischfänger in Raja Ampat versenkt

Antara News berichtet, dass am vergangenen Montag ein vietnamesisches Fischerboot von der Polizei konfisziert wurde das illegal vor Misool auf Haifischfang war. An Bord der Thanh Cong wurden 2t getrocknete und noch frische Haifischflossen und Haikadaver entdeckt. Das Boot und die Mannschaft wurden nach Waisai transportiert, wo das Schiff versenkt wurde.

Seit der Amtsübernahme von Joko Widodo als neuer Präsident Indonesiens wird entschiedener gegen illegales Fischen in Indonesien vorgegangen. Bis Ende des Jahres sollen vier weitere Küstenwachschiffe in den Dienst gestellt werden, um die Gewässer Indonesiens vor illegalen, ausländischen Fischerbooten zu schützen.

Die Zerstörung Bangkas geht mit großem Tempo voran

Heute erreichten mich aktuelle Fotos aus Bangka, die zeigen, mit welchem Tempo das chinesische Bergbauunternehmen vollendete Tatsachen schaffen möchte. Obwohl mittlerweile offensichtlich ist, dass der Bergbautitel nur mit Bestechung der politisch Verantwortlichen in Manado erworben wurde und Erzabbau auf kleinen Inseln nach indonesischem Recht verboten ist, versuchen die Chinesen vollendete Tatsachen zu schaffen.

Vor dem Hintergrund fallender Weltmarktpreise für Eisenerz gibt es immer mehr Zweifel daran, dass es hier wirklich um den Abbau von eisenerzhaltigem Sand geht, wie die Firma und die Behörden behaupten. Da bekannt ist, dass es in Nord-Sulawesi auch Goldvorkommen gibt, vermuten immer mehr Insider, dass es hier in Wirklichkeit um Goldabbau unter dem Deckmantel der Eisenerzgewinnung geht.

Da der erzhaltige Sand nicht vor Ort verarbeitet wird, sondern in großen Frachtschiffen nach China abtransportiert wird, kann letztlich auch niemand kontrollieren, welche Metalle dem Gestein entnommen werden. Sollte sich der Verdacht bewahrheiten, würde der indonesischen Staat um Steuern betrogen und die Profite der an diesem Deal beteiligten Hintermänner ins Unermessliche steigen.

Umso wichtiger ist die Unterstützung des Widerstandes gegen die Zerstörung Bangkas. Die Save Bangka Initiative hat deswegen eine Crowdfunding-Kampagne gestartet, um gerichtlich gegen die Minengenehmigung vorgehen zu können.

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