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Indonesische Tauchschiff-Assoziation mit eigener Website

Logo von JangkarJangkar, der Verband der indonesischen Tauchschiffe, ist jetzt auch mit einer eigenen Website im Internet vertreten. Der 2014 gegründete Verband versteht sich als Interessenvertretung der Tauchschiffe in Indonesien.

Im vergangenen Jahr hat sich Jangkar (Jaringan Kapal Rekreasi) in Verhandlungen mit der Tourismusbehörde in Jakarta erfolgreich gegen das Tauchverbot in Süd Halmahera zur Wehr gesetzt.

Es ist das erklärte Ziel des Verbandes in regelmäßigen Gesprächen mit staatlichen Stellen, die Interessen der Tauchschiffe gegenüber den indonesischen Behörden zu vertreten. Vorsitzende ist Suryani Mile (MV Ambai), ihr Stellvertreter ist Edi Frommenwiler von der Pindito. Weitere in Jangkar organisierte Tauchschiffe sind: Amira, Mermaid, Moana, Mutiara Laut, Ondina, Samata, Seatrek, Seven Seas, Tambora und die Waow.

Jenseits von Bali - Flores, Lembata und Alor im Video

Jenseits von Bali gibt es in Indonesien noch viel zu entdecken. 2010 haben wir eine Tour wiederholt, die wir 1990 in überfüllten Bussen und einfachen Fährbooten zum ersten Mal gemacht hatten. Damals hatten wir noch mehr Zeit und weniger Geld als heute. Die Unterkünfte waren einfach und billig. In Komodo gab es noch keine Tauchbasis. Wir konnten aber beim Schnorcheln an den Riffen vor Labuan Bajo jede Menge Haie beobachten und die Korallen bewundern. Viele Backpacker waren unterwegs und in den angesagten Unterkünften, wie z. B. dem legendären Waecicu Beach wurde im Juli/August der Platz knapp. Man campte dann im Freien unter provisorisch aufgespannten Moskitonetzen; ein offenes Wasserloch diente als gemeinsames Bad für alle Gäste des Camps. Vor ein paar Jahren bin ich noch durch das verlassen Gelände gestreift, ein paar halb-verrottete Hütten standen noch herum. Heute steht dort ein Hotel mit edlem Pool und Blick auf die Bucht von Labuan Bajo.

Schon damals wurde die Gäste der Überlandbusse mit viel zu großen Lautsprechen und voll aufgedrehter “Musik” terrorisiert. In unserer Not rissen wir die Lautsprecherkabel ab. Danach war Ruhe. Während der stundenlangen Fahrten saßen wir auf Reissäcken im Gang und zu unseren Füßen lag lebendes Geflügel und manchmal auch das eine oder andere Schwein.

 

20 Jahre später im Juli/August 2010 haben wir diese Tour wiederholt, allerdings – man ist ja auch etwas älter geworden – mit mehr Komfort. Unsere Tour führte uns zuerst nach Labuan Bajo. Wir hatten uns im Angel Island Resort einquartiert, Das Resort liegt genau gegenüber von Waecicu Beach. 1990 sind wir fast jeden Tag zum Schnorcheln hinüber gefahren. 2010 hatten wir die Insel fast alleine. Zeitweise waren wir die einzigen Gäste des Resorts. Trotzdem war das Tauchboot oft ziemlich voll, weil Tagesgäste von Labuan Bajo schon an Bord waren, wenn das Tauchboot schließlich zur Insel kam, um die Resortgäste abzuholen.

Da die öffentlichen Busse und die Straßen in Flores in den vergangenen 20 Jahren nicht viel besser geworden sind, wollten wir dieses Mal aber nicht mehr auf Reissäcken die etwa 600 km lange Strecke von Labuan Bajo nach Maumere zurücklegen. Wir leisteten uns in Labuan Bajo ein Mietauto mit Fahrer. Dadurch verkürzt sich zwar nicht die Fahrdauer – fünf bis sechs Tage muss man schon einplanen – wohl aber der Komfort und man kann anhalten, wenn man etwas Interessantes entdeckt. Und in der Tat ist Flores immer für Überraschungen am Straßenrand gut!

In meinem Film kommen einige der landschaftlichen und kulturellen Höhepunkte der Insel vor. Wir haben uns die Spinnweben-Reisfelder angesehen, sind an aktiven Vulkanen vorbei gefahren, befanden uns plötzlich in der Mitte eines traditionellen Festes und haben den Sonnenaufgang auf Flores’ berühmtesten Vulkan, dem Kelimutu bewundert. Eine unvergessliche Reise!
Anders als vor 20 Jahren waren im Inneren von Flores fast keine Touristen unterwegs. Wir trafen sie erst wieder in Maumere, wo wir im Ankermi einen Bungalow reserviert hatten. Das Ankermi liegt direkt in der Bucht von Maumere und wird von Kermi und Claudia geleitet. Es gibt nur eine überschaubare Anzahl von Bungalows, ein gemütliches Restaurant mit gutem (vegetarischem) Essen und man kann auch tauchen – was will man mehr?


Von Maumere ging es dann mit dem Flieger über Kupang auf West-Timor weiter nach Alor ins Alor Divers Eco Resort. Nun, 2010 dürfte unser fünfter Besuch in Alor gewesen sein und ich bin sicher, es war nicht der letzte. Alor bietet großartiges Tauchen und ist gerade für Unterwasserfotografen und -filmer ein echtes Eldorado. Anglerfische und vor allem Rhinopias können hier garantiert werden, die Riffe sind gesund und die Einheimischen bieten mit ihren selbstgebauten Harpunen und Fischreusen interessante Motive über und unter Wasser.

Warum schreibe ich das alles? Nun, ich hatte dank eines gebrochenen großen Zehs endlich Zeit, mein Filmmaterial zu sichten und den Film zu schneiden. Wer einen internetfähigen Fernseher hat, kann ihn sich auch mit der Vimeo-App in HD am Fernseher ansehen.

Abenteuer Indonesien – Jenseits von Bali from Michael Bode on Vimeo.

Link zur englischen Version: https://vimeo.com/bodeweb/eastofbali

 

 

Dynamitfischer zerstören Tauchplatz in Raja Ampat

Einer der bekanntesten und beliebtesten Tauchplätze in Raja Ampat, Melissa’s Garden, ist von Dynamitfischern zerstört worden. Max Ammer, Chef von Papua Diving, hatte den Tauchplatz nach seiner Tochter benannt, und er gehörte zum Standardprogramm einer jeden Raja Ampat-Safari. Damit ist nun leider Schluss. Michael W. Ishak hat gerade Fotos veröffentlicht, die das Ausmaß der Zerstörungen belegen.

Das tut wirklich weh. Wer in diesem Unterwasser-Aquarium getaucht hat und nun ansehen muss, wie Idioten innerhalb weniger Stunden alles zerstören, wofür die Natur tausende von Jahren benötigt hat, fühlt sich rat- und hilflos. Erst vor wenigen Tagen wurde die Eintrittsgebühr zum Raja Ampat Nationalpark auf 70 € verdoppelt. Wir Taucher sind zwar bereit, für den Schutz dieses einmaligen Biotops mehr zu bezahlen, wir erwarten aber auch, dass wirksame und nachhaltige Schutzmaßnahmen von unseren Beiträgen finanziert werden!

Nachtrag: Mittlerweile waren einige weitere Tauchschiffe (Sea Safari und Amira) bei Melissa’s Garden zum Tauchen. Beide Schiffe berichten, dass der Tauchplatz zwar an einer Seite zerstört ist, allerdings handelt es sich dabei um Zerstörungen, die schon länger zurück liegen. Insgesamt scheint der Tauchplatz zum größten Teil unbeschädigt zu sein und nach Aussage der Tauchguides beider Schiffe ist Melissa’s Garden auch weiterhin ein besonderes Unterwasser-Highlight in Raja Ampat. Michael Ishak hat vermutlich die schon bekannten, älteren Zerstörungen in seinen Fotos dokumentiert.