Neuguinea: Kleine Länderkunde

Karte von Raja Ampat
Während der östliche Teil der Insel Neuguinea vom eigenständigen Staat Papua Neuguinea eingenommen wird, gehört die westliche Hälfte noch immer zum Vielvölkerstaat Indonesien. Im Jahr 2001 kam die indonesische Regierung den Unabhängigkeitsbestrebungen in diesem Landesteil entgegen, indem eine regionale Interessenvertretung eingeführt und der Name des Landesteils von Irian Jaya in Papua Barat (West Papua) umbenannt wurde.

Derzeit gibt es lediglich in Biak, der Triton Bucht und auf den Raja Ampat Inseln vor der von den Holländern als Vogelkop-Halbinsel bezeichneten Westspitze von Neuguinea landbasierte Tauchmöglichkeiten. In unregelmäßigen Zeitabständen fahren auch Safarischiffe diese abgelegene Region an.

Die Raja Ampat Inseln

Raja Ampat Fahnenbarsche
Seit 2003 kehren wir nun regelmäßig zu den Raja Ampat Inseln vor der Vogelkop-Halbinsel zurück, die auf bestem Wege sind, von der UNESCO zu einer World Heritage Region erklärt zu werden. Studien zweier Teams von Conservation International und The Nature Conservancy in den Jahren 2001 und 2002 hatten übereinstimmend zum Ergebnis, dass diese Region sowohl was den Korallenreichtum als auch die Fischvielfalt betrifft zu den wenigen weltweit verbliebenen Brennpunkten der Artenvielfalt gezählt werden muss.

Meeresbiologen fanden hier 465 verschiedene Korallenarten - eine höhere Dichte als in Palau. Dr. Gerald Allen, einer der weltweit bekanntesten Ichthyologen und Autor des Buches "Marine Fishes of Tropical Australia and Southern Asia" konnte während eines einzigen Tauchgangs vor der Insel Kri 284 verschiedene Fischarten dokumentieren. Im 2003 veröffentlichten Abschlussbericht von Dr. Gerald Allen heißt es daher auch, dass die Raja Ampat Inseln die Meeresregion mit der weltweit größten Artenvielfalt sind.
Raja Ampat Riff mit Federsternen
Im September 2006 veröffentlichten der WWF und Conservation International die Ergebnisse einer im Frühjahr desselben Jahres durchgeführten Expedition zum Vogelkop und zur Triton Bucht weiter im Süden. Mit von der Partie war auch mein Freund und Tauchpartner Graham Abbott von Diving4Images. Bei dieser Expedition wurden 52 bisher unbekannte Tierarten entdeckt, darunter sogar zwei kleine Haiarten. In der gesamten Region gibt es mehr als 1800 verschiedene Tierarten, berichteten die Forscher.

Der WWF wies aber auch auf die Gefährdung der Region hin: Während der Expedition waren immer wieder Explosionen von Dynamitfischern zu hören.
Die Raja Ampats (Vier Rajas) bestehen aus den vier großen Inseln Waigeo, Batanta, Salawati und Misool und einer Vielzahl kleiner und kleinster Eilande im Westen von Sorong. Schon beim Landeanflug auf Sorong kann man sich einen guten Überblick über die Region verschaffen. Blautöne in den unterschiedlichsten Nuancen, das satte Grün der mit Dschungel bewachsenen Inseln und schneeweiße Strände bilden ein faszinierendes Ganzes.

Während wir 2003 noch auf dem heruntergekommenen Jefman Airport, dessen Landepiste noch aus dem 2. Weltkrieg stammte, ankamen, landet man seit 2004 auf dem "neuen" Flughafen von Sorong, der aber so billig konstruiert wurde, dass seine Empfangsgebäude mittlerweile fast genau so heruntergekommen sind, wie die des alten Flughafens kurz vor dessen Aufgabe im Jahr 2004.

Besucher der verschiedenen Resorts werden hier bereits abgeholt und mit den Speedbooten der Tauchbasen in 2 h (Papua-Diving) bzw. 4,5 - 5 h (Misool Eco) zu den jeweiligen Resorts gefahren. Die Überfahrt kann an exponierten Stellen mit hohem Wellengang etwas unangenehm werden. Auf jeden Fall wird man nach dem langen Flug erstmal wieder ganz schön durchgerüttelt.
Taucher, die nach Misool müssen, sind da nicht zu beneiden! Gäste der verschiedenen Tauchschiffe haben es bequemer. Nach einer kurzen Autofahrt zum Hafen wird man zu den jeweiligen Schiffen transferiert und das Abenteuer beginnt.

Beispielhaft kann man sich hier ein kurzes Video über einer meiner Tauchsafaris im Raja Ampat Gebiet ansehen:

Video: Mimpi Raja



Tauchbasen in Raja Ampat

Kri Eco Resort

Papua-Diving


Papua-Diving bietet mittlerweile zwei unterschiedliche Resorts an: Das obere Preissegment bedient das Sorido Bay Resort, die Billigheimer kehren im alten Kri Eco Resort ein. Vorsicht: Auch die Preise des Kri Eco Resort haben sich gewaschen und können locker mit den Preisen von Tauchschiffen mithalten.

Beide Tauchresorts liegen auf der kleinen, unbewohnten Insel Kri, die der großen Nachbarinsel Mansuar vorgelagert ist. Die "Eco" und preiswertere Variante besteht aus einfachen Stelzenhütten am Sandstrand und im flachen Wasser der Lagune. Das Gelände ist mit Kokospalmen bewachsen und gleich hinter dem Resort beginnt dichter Dschungel, in dem sich viele bunte Papageien tummeln. Bei beiden Resorts führt ein etwa 100m langer Holzsteg über das Korallendach bis zur Riffkante. Die Hütten im Eco Resort sind einfach aber zweckmäßig eingerichtet. Es gibt elektrischen Strom für Licht und zum Aufladen von Akkus. Die Betten sind mit Moskitonetzen geschützt. Trotzdem ist Malaria-Prophylaxe unbedingt erforderlich. In der Region sind sämtliche Malariaarten weit verbreitet - leider auch Cloroquin resistente Stämme. Jede Hütte verfügt über eine großzügig dimensionierte Veranda mit einfachen Sitzgelegenheiten.
Das Eco-Resort verfügt über zwei saubere Toiletten und zwei landesübliche Waschplätze mit Wasserkellen. Gegessen wird im einfachen Restaurant am Strand. Die Mahlzeiten sind großzügig bemessen und abwechslungsreich, besonders dann, wenn der Chef der Basis, der Holländer Max Ammer, im Resort ist, was aber nach der Eröffnung des Sorido Bay Resorts immer seltener vorkommt. Mittlerweile kümmert sich eine eigene Resortchefin nur um die Eco-Gäste.
Bungalow Sorida Bay Resort
Wie bereits erwähnt, ist das neu errichtete Sorido Bay Resort im Hinblick auf Service, Komfort und Luxus der Eco-Variante weit überlegen - kostet aber auch dafür deutlich mehr. Sämtliche großzügig dimensionierten Bungalows sind klimatisiert und mit allen Annehmlichkeiten (u. a. Satelliten-Fernsehen) der Zivilisation ausgestattet. Da muss jeder selbst entscheiden, ob er das braucht.

Ansonsten legt Papua Diving Wert auf eine enge Kooperation mit den Bewohnern der wenigen umliegenden Dörfer. Der größte Teil des Personals - mit Ausnahme des Managements - besteht aus Einheimischen und auch die Diveguides sind Papuas.
Sorida Bay Bungalow
Im Tauchpaket sind drei Bootstauchgänge pro Tag inbegriffen. Zusätzliche Tauchgänge können am Hausriff durchgeführt werden. Nachttauchgänge werden nicht gesondert berechnet. Eco- und Sorido-Taucher betauchen dieselben Tauchplätze, allerdings kann man davon ausgehen, dass die besten Guides im Sorido eingesetzt werden. Eco-Taucher werden die Erfahrung machen, dass sie auch hier eben etwas schlechter abschneiden als die Mitglieder der High Society von nebenan.

Da Max Ammer und fast das gesamte Personal Sieben-Tage-Adventisten sind, kann von Freitagabend bis Samstag nicht getaucht werden. Max bietet daher am Samstag ein Alternativprogramm an. So kann man z. B. auf der Nachbarinsel Gam früh morgens den roten Paradiesvogel beobachten, den es nur in diesem Gebiet gibt.

Die meisten Tauchplätze sind mit den beiden Schnellbooten des Resorts in wenigen Minuten (10 - 20 Minuten) erreichbar. Entfernte Tauchplätze werden in der Regel als Ganztagestouren organisiert. Gegessen wird dann auf dem Boot zwischen zwei Tauchgängen. Sauerstoff ist auf den Booten vorhanden. Die nächste Druckkammer ist in Manado, mehrere Flugstunden entfernt in Nord-Sulawesi. Die Flaschen sind immer gut gefüllt, die Luft ist in Ordnung. Wir konnten uns davon überzeugen, dass die Filter des Kompressors regelmäßig gewechselt wurden.

Raja Ampat Dive Lodge


Im Oktober 2009 wurde auf Mansuar, der größeren Nachbarinsel von Kri, ein neues Tauchresort eröffnet, das ebenfalls in unmittelbarer Nähe zu den Top-Tauchplätzen vor Kri und Mansuar liegt.

Ähnlich wie die teureren Resorts auf Kri liegt das Resort direkt am Strand. Über einen langen Steg kommt man direkt zum Hausriff. Die Gäste sind in klimatisierten, zweckmäßig eingerichteten Doppelbungalows mit Badezimmer und WC untergebracht. Insgesamt sollen 10 Bungalows gebaut werden, so dass im Endausbau maximal 20 Gäste in der Raja Ampat Dive Lodge untergebracht werden können.
Raja Ampat Dive Lodge vom Meer aus
Eigentümer der Lodge ist Grand Komodo, ein Unternehmen, dass mit seiner Tauchsafari-Flotte, seit vielen Jahren Touren in sämtliche Regionen Indonesiens anbietet und einen guten Ruf bei Tauchern erworben hat. Wer eine ruhigere Alternative zu Papua-Diving sucht, wird hier aller Voraussicht nach gut aufgehoben sein.

Die Aufnahme des Resorts (links) wurden im April 2009 - also ein halbes Jahr vor der Eröffnung - angefertigt.

Tauchen in Raja Ampat


Typisches Korallenriff Raja Ampat
An vielen Tauchplätzen vor Mansuar und Kri herrscht starke Strömung, so dass die Raja Ampats kein gutes Gebiet für Tauchanfänger sind. Erfahrungen mit Strömungstauchgängen sollten auf jeden Fall vorhanden sein. Die Mitnahme eines Riffhakens hat sich bei unseren Tauchgängen bewährt. Max Ammer erzählte uns beispielsweise, dass er bisher selten Gäste mit weniger als 500 Tauchgängen begrüßen konnte.

Während unserer mittlerweile acht Aufenthalte in diesem Gebiet war die Sicht sehr wechselhaft. Sie reichte von 5m (!) bis 20m. Sie ist also im Extremfall so schlecht wie in deutschen Baggerseen. Allerdings gibt es große jahreszeitliche Schwankungen der Sichtweiten. Kritisch ist insbesondere die Zeit von Juli bis August. Während dieses Zeitraums werden auch viele Tauchboote in andere Regionen Indonesiens verlegt.
Nacktkiemenschnecken Raja Ampat

Der Fischreichtum und die Artenvielfalt ist bei allen Tauchgängen beeindruckend. Manchmal verschwanden die Mittaucher völlig in den großen Fischschwärmen, die die dicht mit Korallen bewachsenen Hänge der Tauchplätze nach Fressbarem absuchten. Die Korallen gehören zu den gesündesten, die wir bisher im südost-asiatischen Raum gesehen haben. Auffällig war auch die große Anzahl von Krebsen, Garnelen, Riesenmuscheln und vor allem Nacktkiemenschnecken, die wir an fast allen Tauchplätzen fanden. An vielen Tauchplätzen patrouillieren große Hundszahn-Thunfische, Makrelen und andere Räuber. In der Strömung standen Barrakudaschwärme. Vereinzelt sahen wir auch Adlerrochen. Außer Wobbegongs, die wir bei vielen Tauchgängen sahen, fehlten größere Haie fast völlig, obwohl der Fischreichtum der Region eine gute Voraussetzung für eine große Population der üblichen Riffhaie bieten sollte. Wie in anderen Gebieten Indonesiens zeigen sich hier die Folgen des illegalen Haifischfangs deutlich. Der Handel mit Haifischflossen in Singapur, Hong Kong und Malaysia hat auch in diesem abgelegenen Gebiet tiefe Spuren hinterlassen.

Tauchplätze in der Dampier Straße


Tauchplätze in der Dampier Straße
Papua Diving und die Raja Ampat Dive Lodge haben etwa 30 feste Tauchplätze im Programm, so dass im Laufe eines zweiwöchigen Aufenthaltes keine Langeweile auftreten dürfte, zumal man bestimmte Tauchplätze auch gerne mehrfach aufsuchen möchte. Einige, herausragende Plätze sollen hier kurz beschrieben werden.

Cape Kri
liegt nur 5 Bootsminuten von der Basis entfernt an der Nordostspitze der Insel. Hier herrscht eigentlich immer heftige Strömung und man sieht viele Thunfische, Makrelen, Barrakudas, große Napoleons, Riffhaie und mit Glück einige riesige Zackenbarsche die sich hier manchmal zum Stelldichein treffen. Immer wieder taucht man mit großen Fischschwärmen. Die Korallenformationen sind ebenfalls beeindruckend und artenreich. Im flacheren Abschnitt trifft man immer wieder auf Nacktschnecken und dekorative Skorpionfische und Schaukelfische. Am Ende des Tauchgangs muss man aufpassen, um nicht auf der anderen Seite des Kaps in eine Tiefenströmung zu geraten.

Sardines
entwickelte sich zu unserem Lieblingstauchplatz. Hier fanden wir das, was das Tauchen auf den Raja Ampats so interessant macht. Riesige Fischschwärme schieben sich manchmal zwischen die Taucher, so dass außer Fischleibern nichts mehr zu sehen ist. Großfische wie Thunfische, Makrelen, Weißspitzen Riffhaie patrouillieren am Riff entlang, während Büffelkopf Papageienfische sich an dem reichen Nahrungsangebot an Hartkorallen gütlich tun. Vereinzelt liegen schlafende Wobbegongs auf oder unter Tischkorallen und in großen Gorgonien entdeckten wir ein kleines, hellbraunes Seepferdchen.

Chickenreef
hat mehrere gute Tauchplätze. Sein Namensgeber war jener Taucher, der sich beim Anblick eines Riffhais mit gezücktem Messer hinter einem Korallenblock verbarg. Auch hier stellen sich viele Fischschwärme ein - besonders viele Büffelkopf Papageienfische treiben sich hier herum - und die üblichen Räuber stehen in der Strömung.

Mike´s Point
ist eine winzige Insel im Norden von Kri. Die Unterwasserlandschaft ist sehr abwechslungsreich. Man findet Wände mit Überhängen, schöne Fächerkorallen mit Pygmäen Seepferdchen, ein großes Feld mit Geweihkorallen und farbenprächtige Fächerkorallen in etwa 3 - 4m Tiefe. Im Strömungsschatten großer Felsen stehen Schwärme von Schnappern. An diesem Tauchplatz sichtete einer unserer Mittaucher eine Dugong.
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Mios Kon
ist ein sicherer Wobbegong-Tauchplatz. Mehrere dieser eher langweiligen, nachtaktiven Haie liegen dekorativ auf Tafel- oder sogar in Trichterkorallen und lassen sich von Tauchern kaum in ihrer Ruhe stören. Schwärme von Schnappern stehen an mehreren Stellen in der Strömung und lassen Unterwasserfotografen und -filmer bis auf Armlänge herankommen.
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The Passage
Zwischen den Inseln Waigeo und Gam liegt ein Tauchplatz der Extraklasse. In der engen Passage, die Waigeo und Gam voneinander trennt, strömt das Wasser heftig mal in die eine, mal in die andere Richtung. Die Ufer dieses manchmal nur 30m breiten Wildwassers sind dicht mit Dschungel bewachsen und man kann die Bäume vom Grund aus sehen. Glücklicherweise gibt es hinter großen Felsbrocken und in Buchten immer wieder einmal ruhige Zonen mit farbenprächtigen Weichkorallen und Seescheiden. Orangefarbige Gorgonien reichen an einigen Stellen fast bis zur Wasseroberfläche. Im Geäst versunkener Urwaldbäume schwammen Kardinalfische und dicht unter der Wasseroberfläche lagen Schützenfische (Archer Fish) auf der Lauer, um mit gezielten Wasserstrahlen Insekten von den Blättern zu schießen.

Nudibranch Rock
Liegt am Ende der Passage. Wie der Name schon sagt, ist dies der ultimative Nacktschneckentauchgang. Rund um den Korallenfelsen findet man in geringer Tiefe während eines einzigen Tauchgangs ohne Mühe mehr als 20 verschiedene Nacktschneckenarten, verschiedene Gobby-Arten, Pfeifenfische und den obligatorischen Wobbegong.

Weitere Tauchplätze:
  • Fam Wall (Mandarinfische, Geisterffeifenfische, Zwergseepferdchen, Fire Shells)
  • P47 D-Bomber, Razerblade-Thunderbolt Das Flugzeug liegt in etwa 30m Tiefe auf dem Rücken und ist mit Weichkorallen fast bis zur Unkenntlichkeit bewachsen. Ein Tauchgang, der sich nicht unbedingt lohnt.
  • Wai Island Hier findet man in der Saison (Oktober, November) große Mantas. Wir fuhren den Tauchplatz verschiedene Male an. Leider ließen sich die Mantas nicht immer sehen.

Misool


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Misool ist die südlichste Insel der Raja Ampat Gruppe. Mit etwa 2000 km² Fläche gehört sie zu den größeren Raja Ampat Inseln. Das Inselinnere ist nicht erschlossen und steile Bergkämme, die sich fächerförmig weit ins Meer hinein fortsetzen, erschweren das Fortkommen an Land ganz erheblich. In den ausgedehnten Mangrovenwäldern von Misool kommen noch immer Leistenkrokodile vor. Bis vor wenigen Jahren wurde Misool nur von wenigen Tauchschiffen angefahren. Heute gehört aber ein Besuch der tollen Tauchplätze vor Misool zu jeder anspruchsvollen 10-Tage-Tour im Raja Ampat Gebiet.
Im Südosten von Misool, auf einer der vorgelagerten Inseln gibt es seit 2008 eine weitere, landbasierte Tauchmöglichkeit im Raja Ampat Gebiet:

Das Misool Eco Resort


Der Aufbau dieses Resorts in einer derart abgelegenen Gegend muss schon ein Abenteuer an sich gewesen sein und stellt eine beachtliche Leistung des Engländers Andy Miners und des Deutschen Thorben Niemann dar. Bei meinem ersten Besuch der noch unfertigen Basis im Jahr 2007 sah es noch ziemlich wüst aus und man konnte nur erahnen, wie das Resort im Endausbau dann einmal aussehen würde.

Misool Eco Resort 2007
Misool Eco 2007: Blick auf Lagune
Misool Eco 2007: Hier entsteht das Restaurant

Seit Ende 2008 ist das Resort geöffnet und sieht längst nicht mehr so chaotisch aus, wie im Jahr zuvor. Die folgenden Bilder wurden März 2009 geschossen und belegen, dass in der Zwischenzeit ganze Arbeit geleistet wurde.

Misool Eco 2009: Blick auf die Lagune
Misool Eco 2009: Wasserbungalows

Die Gäste des Misool Eco Resorts werden in Sorong abgeholt und müssen dann eine vier- bis fünfstündige, anstrengende Überfahrt im Speedboot in Kauf nehmen. Bei dieser Tour wird ordentlich Treibstoff verbrannt, was gar nicht so recht zu dem Öko-Label passen will, das sich das Resort selbst verpasst hat.

Öko ist auch eher die Art und Weise, wie man das Resort erbaut hat. Zur Verwendung kam Treibholz und 'natürlich' gefälltes Holz aus der Umgebung. Ob dieses Holz aber den harten klimatischen Bedingungen der Tropen auf Dauer standhalten wird, wage ich zu bezweifeln. So sahen die billigeren Hütten in der Nachbarbucht schon nach einem Jahr Benutzung ziemlich heruntergekommen aus. Auf die aufwändiger hergestellten Wasserbungalows in der Lagune traf das allerdings nicht zu. Sie machten bei unserem Besuch im Frühjahr 2009 einen sehr guten Eindruck.

Das Restaurant der Basis liegt am Mini-Strand, scheint mir aber etwas zu klein zu sein, um allen Gästen ausreichend Platz zu bieten. Unangenehm fielen uns auch die vielen Moskitos selbst tagsüber auf. Ohne Mückenstiche wird man das Misool Eco Resort wahrscheinlich nicht verlassen. Hoffen wir, dass keine Malaria übertragenden Tierchen dabei sind.

Die Tauchbasis ist sehr gut ausgestattet. Auch Nitrox wird für die Gäste angeboten.


Tauchplätze Misool


Unter taucherischen Gesichtspunkten liegt das Misool Eco Resort in einer Top-Lage. Die meisten Tauchspots sind mit den Speedbooten der Basis in kurzer Zeit erreichbar und sie bieten Tauchgänge der Extraklasse. Das Hausriff ist allerdings nur mittelmäßig, bietet aber im Critter-Bereich doch die eine oder andere interessante Entdeckung.

Die meisten Tauchplätze des Resorts gehören auch zu den Standardtauchplätzen der Tauchschiffe, die hier sporadisch vorbeikommen. Allerdings kennen die Tauchguides der Basis diese Tauchplätze natürlich besser als die der Tauchschiffe, die oft nur im Abstand von mehreren Monaten dieses Gebiet durchfahren.

Für alle Tauchplätze gilt, dass sie phantastisch mit Weichkorallen bewachsen sind und man findet Hartkorallenlandschaften vom Feinsten. Immer wieder begegnet man großen Fischschwärmen - Gelbstreifenschnapper aber auch Makrelen sind häufig, und es gibt eine Manta-Putzerstation mit einer recht großen Chance auch wirklich Mantas zu sehen.

Einige Tauchplätze seien hier kurz vorgestellt. Allerdings ist die Namensgebung nicht eindeutig. Das Resort nennt die Tauchplätze anders als die Liveaboards, die Misool im Programm haben.

Fiabacet und Fiabacet Kecil
Hier befinden sich mehrere gute Tauchplätze, die besonders bei UW-Fotografen beliebt sind. Es gibt Öffnungen im Riff, durch die man hindurch tauchen kann und die wunderbare Gegenlichtaufnahmen mit farbigen Weichkorallen im Vordergrund ermöglichen. Im Freiwasser sieht man of große Falterfischschwärme und Barrakudas und auf den Gorgonien sitzen auch in geringer Tiefe oft Zwergseepferdchen (H. bargibanti und H. denise).

Pulau Boo
Eine schöne Unterwasserlandschaft mit Fächerkorallen (H. denise) und schöne Weichkorallen. Viele Fischschwärme.

Karang Warakraket (Magic Mountain)
Ein Unterwasserberg mit sehr schönem Bewuchs an Hartkorallen. Im tieferen Teil stehen große Schwärme von Gelbstreifenschnappern und viele Feuerfische liegen auf der Lauer. Hierhin kommen auch Mantas, um sich putzen zu lassen. Im flacheren Teil stehen viele Falterfische in der Strömung.

Gorgonian Passage
Wie der Name schon sagt, handelt es sich bei diesem Tauchgang um einen Strömungstauchgang in einer schmalen Passage zwischen zwei Inseln. Die Steilwände sind hier voller Fächerkorallen (H. bargibanti) und zum Schluss findet man sich in einem sehr schönen Korallengarten wieder.

Diese Aufzählung ist bei Weitem nicht erschöpfend. So liegen westlich von Misool die berühmten Blue Water Mangroves mit einer einzigartigen Mangrovenlandschaft, Weichkorallen und - leider - dem einen oder anderen Salzwasserkrokodil.

Videos: Tauchen in Raja Ampat


Video: Blue Water Impressionen

Im Video-Portal Vimeo findet mein eine von mir gepflegte und regelmäßig aktualisierte Sammlung von Unterwasser-Videos. Die Sammlung ist nach Tauchgebieten in Alben sortiert, so dass man zielgerichtet Unterwasser-Videos des Tauchgebiets ansehen kann, in das man reisen möchte.
Man sieht hier das, was andere Taucher vorher in Raja Ampat gesehen und gefilmt haben. Damit bietet diese Plattform Tauchern die Möglichkeit, sich schon vor der Reise ein relativ objektives Bild von der Unterwasserwelt Raja Ampats machen.


Videos: Tauchen in Raja Ampat

Die neue Grenze: Triton Bucht

Triton Bucht: Karte von Torres 1606
Weit im Südosten und außerhalb des Raja Ampat Gebietes liegt ein Tauchgebiet, von dem nur wenige Insider gehört haben und das nur von einer Handvoll Taucher bisher betaucht wurde: Die Triton Bucht (Triton Bay) am südöstlichen Ende des Vogelkopfes von Neuguinea.

Der spanische Entdecker Torres kam nach seiner Fahrt durch die nach ihm benannte Torres Straße zwischen Australien und Neuguinea 1606 hier vorbei und verbrachte einige Zeit in Bucht, um die maroden Schiffe seiner kleinen Flotte wieder notdürftig zu reparieren. Torres fertigte auch die erste Karte dieser Bucht an.

Nach dem Besuch des Torres im 17. Jahrhundert erhielten die dort wohnenden Papua-Stämme nur vereinzelte Besuche von Sklavenhändlern aus dem westlich gelegenen Sultanat Tidore, die Gefangene, die bei den dauernden Stammeskämpfen der Papuas abfielen, nach Tidore oder Ternate verschleppten, um sie dort weiter zu verkaufen. Dies hörte auch nicht auf, als die Holländer ab etwa 1663 den Portugiesen den lukrativen Gewürzhandel entrissen und sich auf den westlich gelegenen Molukken festsetzten.
Die Holländer kamen zwar auch in diese Region, zeigten aber letztlich kein großes Interesse an diesem für sie wirtschaftlich uninteressantem Gebiet.
1828 segelte die holländische Korvette Triton in die Bucht und ihrem Kapitän, dem Leutnant zur See Steenboom, fiel damals nichts Besseres ein, als die landschaftlich schöne Bucht Triton Bucht zu nennen.

Video: Triton Bucht


Erst 1874 kam wieder ein Europäer in die Triton Bucht: ein Russe mit Namen Nikolai Nikolajewitsch Miklucho-Maklai.
Miklucho-Maklai war in der damaligen Zeit so etwas wie ein Reinhold Messner in heutigen Tagen. Er stammte aus einer verarmten russischen Adelsfamilie und hatte in Heidelberg, Leipzig und Jena studiert. In Jena traf er auf den deutschen Naturforscher Ernst Haeckel und begleitete ihn noch als junger Student auf dessen Forschungsreisen auf die Kanaren. Danach schlug sich Maklai auf abenteuerlichen Wegen und als Muslim verkleidet bis zum Roten Meer und Arabien durch.
Seine abenteuerlichste und gefährlichste Reise war allerdings sein etwa einjähriger Solo-Aufenthalt in der Astrolabe Bucht an der Nordküste von Neuguinea. Nachdem er von dort nach einem Jahr relativ unversehrt – wenn man von einer chronischen Malariainfektion absieht – zurückkehrte, wurde er zum Star der damaligen Entdecker- und Forscherszene.
So gelang es ihm dann auch im Jahr 1874 – obwohl immer klamm und in Geldnot – mithilfe des holländischen Gouverneurs in Batavia und des Sultans von Ternate eine kleine Expedition auszurüsten, die ihn schließlich in die Triton Bucht bringen sollte. Tatsächlich baute sich Maklai am Kap Aiwa, am Eingang zur Triton Bucht, eine Hütte und lebte mehrere Monate in der Gegend, die wegen der dauernden Stammesfehden alles andere als sicher war. Natürlich wurde er auch überfallen und nach der Rückkehr von einer seiner Expeditionen fand er ein Teil seiner Mannschaft zerstückelt und unvollständig auf dem Seziertisch in seiner verwüsteten Hütte wieder. Zweifellos hätte diese Story genug Potential für einen spannenden Dokumentarfilm.

Erst Ende 2006 tauchte der Name Triton Bucht wieder in einigen Medien auf. Im Frühjahr desselben Jahres hatte eine Expedition des WWF und Conservation International 52 neue Tierarten im Vogelkop-Gebiet entdeckt. Was der Öffentlichkeit damals allerdings nicht mitgeteilt wurde, war die Tatsache, dass die Expedition neben dem Raja Ampat Gebiet auch die Triton Bucht zum Ziel hatte, die in den Augen der beteiligten Wissenschaftler die eigentliche Überraschung dieser Expedition im Hinblick auf die Artenvielfalt darstellte. Um die Bucht, die damals noch keinerlei Schutzstatus hatte, vor Plünderungen durch die auch in dieser abgelegenen Region allgegenwärtigen Fischtrawler zu schützen, einigte man sich auf völliges Stillschweigen über die Triton Bucht. Daher musste ich mich bei meinem ersten Besuch der Triton Bucht im Jahre 2007 auch verpflichten, keine präzisen Informationen über diesen neuen Hotspot der Artenvielfalt in Indonesien zu veröffentlichen.

Mittlerweile hat sich der Schutzstatus der Bucht verbessert und Conservation International hat am Eingang der Bucht - gleich gegenüber einem der besten Tauchplätze - eine dauernd besetzte Forschungsstation errichtet, die auch eine ausreichende Kontrolle des Gebietes sicherstellt.

Wie kommt man zur Triton Bucht?

Karte Vogelkop und Triton Bucht

Die Karte zeigt den ungefähren Verlauf meiner zweiten Fahrt zur Triton Bucht im April 2009. Ausgangspunkt war Sorong an der Nordwestspitze des Vogelkopfes. Von dort ging es zuerst nach Misool und dann über die Pisang Inseln zum Momon-Wasserfall und danach zur Triton Bucht. Zwei Jahre zuvor begann die Tour ebenfalls in Sorong, endete allerdings in Kaimana, das nur wenige Bootsstunden von der Triton Bucht entfernt liegt und einen kleinen Flughafen hat.
Der Hin- oder Rückflug ab Kaimana ist immer mit einem gewissen Risiko behaftet. Ob man hin- oder wegkommt ist selbst für indonesische Verhältnisse eine ziemlich unsichere Angelegenheit. Man sollte auf jeden Fall noch genügend Zeit bis zum Rückflug nach Europa einkalkulieren, um gegebenenfalls auch einen etwas längeren Aufenthalt in Kaimana abpuffern zu können.

Tauchplätze am Vogelkop


Beginnt man seine Tauchsafari zur Triton Bucht in Sorong, ist in aller Regel die erste Station auf dem Weg nach Süden Misool. Dort kann man entweder die Riffe im Südosten betauchen oder aber - was ich auf jeden Fall empfehlen würde - man macht den Umweg über die Westseite und besucht die Blue Water Mangroves, wo man sich allerdings vor den Salzwasserkrokodilen in acht nehmen muss.

Fakfak Tauchplätze

Momon Wasserfall
Danach führt die Reise weiter nach Südosten zu den Pisang Inseln (Pulau Pisang), die nach einer Nachtfahrt am Morgen erreicht werden. Hier findet man unter Wasser interessante Felslandschaften und Wände sowie flache Riffbereiche mit gutem Korallenbewuchs.

Graham Abbot von Diving4Images hatte hier schon Super-Tauchgänge mit großen Fischschwärmen. Allerdings hatte ich bei meinen Besuchen dieser beiden Inselchen vor Fakfak weniger Glück. Alle Tauchgänge gehörten zur Kategorie 'ganz nett', also relativ wenig Fisch und abgesehen von vielen Nacktkiemenschnecken auch wenige Critters.
Nach einer weiteren Nachtfahrt erreicht man am nächsten Morgen den spektakulären Momon Wasserfall, der sich aus dichtem Dschungel aus etwa 15m Höhe direkt ins Meer stürzt. Hier gibt es Gelegenheit für tolle Aufnahmen und Baden unter dem Wasserfall.

Taucherisch bietet die Gegend eher Durchschnittskost und wer auf den Wasserfall verzichten kann, sollte sich überlegen, ob er nicht gleich direkt nach Nasawulan weiter fährt, um dort einige Tauchgänge zu machen. Hier findet man in geringer Tiefe viele schwarze Korallen und mit etwas Glück gelbe Zwergseepferdchen.

Ankerplatz in der Triton Bucht
Am nächsten Morgen kommt man dann in der malerisch gelegenen Triton Bucht an. Die meisten Tauchschiffe ankern hier - wie schon Torres 400 Jahre zuvor - im Windschatten der Insel Aiduma am Eingang zur Bucht. Hier befindet sich auch die Forschungsstation von Conservation International, deren Lichter man abends am Hang sehen kann.

Tauchplätze in der Triton Bucht

Tauchplätze in der Triton Bucht

Walking Shark
Die Tauchplätze in der Triton Bucht gehören zum Besten, was Indonesien unter Wasser zu bieten hat. Hier findet man noch völlig unberührte Riffe, riesige Fischschwärme und beachtliche Zackenbarsche, wie man sie in dieser Größe kaum noch in Indonesien antreffen kann.
Kaiserfisch und Weichkorallen
Little Komodo
Gerry Allan nannte diesen Tauchplatz so, weil er ihn an seine ersten Pioniertauchgänge in Komodo in den 70iger Jahren erinnerte. Fischschwärme, Zackenbarsche und Barrakudaschwärme können fast garantiert werden. Der Bewuchs an Schwarzen Korallen, die hier schon in einer Tiefe von 5 m vorkommen und Weichkorallen ist überwältigend. Für UW-Fotografen und -Filmer ist dieser Tauchplatz ein absolutes Highlight.

GPS-Point
Dies ist nicht irgendein GPS-Point, sondern ein weiterer Tauchplatz mit Suchtpotential. Er kann nur zwischen den Gezeiten betaucht werden - zu allen anderen Zeiten herrscht hier knackige Strömung, und es ist schwer, überhaupt runter zu kommen. Unten findet man dann aber alles, was Indonesien zu bieten hat, an einem Tauchplatz. Das halbmondförmige Riff wimmelt vor Fisch und an mehreren Stellen drehen sich große Makrelen und Schnapper im Kreis.
Zackenbarsch Triton Bucht
Wer davon noch nicht genug hat, findet auf dem Riffplateau eine Unterwasserhöhle, die durch das ganze Riff führt und an der gegenüber liegenden Seite an einer Steilwand endet.
Beim Durchtauchen muss man allerdings mit Gegenverkehr rechnen. In dieser Höhle leben Zackenbarsche, deren Größte Kleinwagenmaße haben. Man sollte daher auch nicht allzu schreckhaft sein, wenn man sich hier dazu entschließt, in die Unterwelt vorzustoßen.

Cathy's Rock
Cathy's Rock ist ein weiterer Spitzentauchplatz in der Nähe von Little Komodo. Dieser Tauchplatz bietet einfach alles. Schöne Felslandschaften mit einer Höhlre unter dem Felsen, Weichkorallen bis fast unter die Wasseroberfläche, Fischschwärme und Critters. Cathy's Rock bietet sich auch gut für Nachttauchgänge an. Mit etwas Glück kann man hier auch den 'Walking Shark' sehen, eine 2006 neu entdeckte Haiart.

Stumpy Rock
Stumpy Rock liegt am Eingang der Triton Bucht und ist ein Felsen mit einem vorgelagerten Unterwasserberg in 17m Tiefe. Hier wimmelt es nur so von Fisch. Dauernd ziehen große Fischschwärme vorbei, Makrelen drehen sich im Kreis und große Napoleons ziehen ihre Runden. Alles ist sehr fotogen - ein Spitzentauchplatz für UW-Fotografen.

Disney Land
Disney Land ist ebenfalls ein interessanter Tauchgang in der Iris Straße zwischen Aiduma und der kleineren Insel Dramai. Hier stehen viele Süßlippen und andere weiße Schnapper in der Strömung. Die vielen schwarzen korallen, die hier wachsen, verleihen dem Tauchplatz eine besondere Attraktivität.

Weitere Interessante Tauchplätze:

Andy's Rock, 7th Heaven, Terraces, One Tree Island, Batcave, White Rock

Triton Bucht: Sehenswürdigkeiten


Triton Bucht
Auch über Wasser hat die Triton Bucht einiges zu bieten. Ich empfehle auf jeden Fall eine Tour durch das Insellabyrinth im Innern der Bucht zu machen. Wenn man nicht aufpasst verirrt man sich in einem Labyrinth aus fantastisch geformten Korallenfelsen, in denen an einigen Stellen alte Begräbnisstellen mit Schädeln und Knochenteilen zu finden sind.
Fahrt durch die Triton Bucht
Ein Besuch in einem der Dörfer in der Bucht ist interessant. Die Einheimischen sind gastfreundlich und zeigen Gästen gern ihr Dorf. Blei- und Buntstifte und Schreibhefte als Gastgeschenke werden gerne angenommen.

In der Meerenge zwischen der Insel Namatote und dem Festland findet man unzählige Felsenbilder, die an die Zeichnungen der Aborigines in Australien erinnern. Eine genaue Datierung ist bisher nicht erfolgt. Es wird aber vermutet, dass sie zwischen 400 v. Chr. und 100 n. Chr. entstanden sind. Die meist ockerfarbenen Zeichnungen stellen Hände, Menschen, Warane, Fische und andere Gestalten dar. Auf der Fahrt von der Triton Bucht zurück nach Kaimana sollte man den Nachmittag für eine Fahrt zu den Felsmalereien nutzen.
Felsmalereien Triton Bucht

Anreise: Triton Bucht


Die Triton Bucht steht mittlerweile auf den Fahrplänen diverser Tauchschiffe in Indonesien. Folgende Anbieter sind besonders zu empfehlen:

Grand Komodo (Tauchschiffe: Raja Ampat Explorer, Putri Papua)

SMY Ondina

Amira

Von der Seahorse, mit der ich 2007 die erste Tour zur Triton Bucht unternommen habe, möchte ich weiterhin abraten. Wir hatten nicht einmal genug Treibstoff an Bord, um weiter entfernt liegende Ziele zu erreichen. Die Mannschaft wurde schlecht geführt und schlecht behandelt, so dass in jedem Hafen ein Teil der Crew das Schiff wieder verließ. Sollte sich daran nichts geändert haben, ist die Seahorse definitiv nicht zu empfehlen.

Tauchen in der Cenderawasih Bucht

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Die Cenderawasih Bucht liegt im Norden von West Papua und ist bisher taucherisch nicht ins Blickfeld des Öffentlichkeit geraten. Erst seit einigen Jahren ist bekannt, dass es im Westteil der Bucht eine größere Anzahl standorttreuer Walhaie gibt.
Die Anreise ist schwierig, erfolgt über Nabire oder Manokwari die von Ambon und Sorong aus angeflogen werden. In der Nähe des Walhai Spots befinden sich einige sehr einfache Unterkünfte. Von dort kann man dann mit einfachen Booten der Einheimischen zu den Bagans fahren. Bagans sind große schwimmende Fischfang-Plattformen im Meer, von denen die Eingeborenen mit großen Netzen in der Nacht kleine Ährenfische fangen, die hier in riesigen Schwärmen vorkommen. Da Ährenfische auch eine beliebte Nahrung der Walhaie sind, halten sich diese größten Fische der Welt häufig auch in unmittelbarer Nähe dieser Plattformen auf. Bislang ist noch kein Ort auf der Welt bekannt, an dem es so viele Walhaie wie in der Cenderawasih Bucht gibt.

Wegen der schwierigen Anreise ist ein Besuch dieses weltweit einmaligen Walhai Hotspots am besten mit einem Tauchschiff zu realisieren. Cenderawasih-Touren werden von den Tauchschiff-Betreibern ein- bis zweimal im Jahr von Sorong oder Manokwari aus angeboten.
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Markus Roth, dessen Walhai-Fotos hier zu sehen sind, hat in seinem Blog in Tagebuchform ausführlich über seinen Besuch ibei den Walhaien berichtet. Es lohnt sich einen Blick darauf zu werfen!

Anbieter von Tauchkreuzfahrten in der
Cenderawasih Bucht:

Amira

Grand Komodo

Reisetipps für West Papua


Papua Barat, wie West Papua auf Indonesisch heißt, ist der "Wilde Osten" Indonesiens. Schon die Anreise gestaltet sich nicht ganz einfach. Je weiter man nach Osten vorstößt um so klappriger werden die Fahrzeuge und Flugzeuge. Rechnen Sie mit mindestens je zwei Tagen für die Anreise und Abreise. Der beste Weg führt von Europa über Singapore mit Silk Air nach Manado. Sie können aber auch über Jakarta und dann mit indonesischen Fluggesellschaften weiter nach Sorong fliegen. In jedem Fall fällt eine weitere Übernachtung in Manado oder Jakarta an.
Reisende mit dem Ziel West Papua sollten immer genügend Zeit mitbringen, um im Falle von Flugverspätungen oder -ausfällen noch wichtige Anschlussflüge erreichen zu können.
West Papua ist Malaria-Hochrisikogebiet. Malaria-Prophylaxe ist zwingend erforderlich.
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Abgesehen von diesen Widrigkeiten ist West Papua ein faszinierendes Reiseziel. Noch immer bedeckt unwegsamer Dschungel den größten Teil der Insel und es gibt völlig unerforschte Regionen, in denen die Menschen noch wie in der Steinzeit leben. Eine tourístische Infrastruktur ist nur in Ansätzen vorhanden. Reisen nach Biak, Jayapura und dem Baliem Tal sind ziemlich unproblematisch. Wer allerdings abseits von den üblichen Routen reisen möchte, muss viel Zeit, gute Kondition und vor allen Dingen viel Geld mitbringen, um gegebenenfalls Flugzeuge und Langboote chartern zu können, um zu abgelegenen Zielen zu kommen.

Das Reisen in Papua ist streng reglementiert. Touristen benötigen eine polizeiliche Erlaubnis (Surat Jalan), um Ziele im Landesinneren besuchen zu können. Auf diesem Surat Jalan müssen sämtliche Orte der Reise genau eingetragen sein. Reisende sind verpflichtet, sich mit diesem Formular am Zielort bei der örtlichen Polizei zu melden. Für die Ausstellung benötigt man zwei aktuelle Passbilder und mehrere Kopien des Reisepasses.
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Einige Regionen sind zu No-Go-Gebieten für Touristen erklärt worden, weil sich in den vergangen Jahren die Aktivitäten der Papua Befreiungsorganisiation Organisasi Papua Merdeka (OPM) intensiviert haben.
Nachdem Ende 2002 der Vorsitzende des Präsidiums des Papuarates, Theys Hiyo Eluay, von Mitgliedern der gefürchteten Kopassus-Einheit der indonesischen Armee ermordet wurde, kam es zu Unruhen und Plünderungen in mehreren Regionen der Insel, u.a. in Biak, Sentani und auch in Wamena im Baliemtal. Der Hass der einheimischen Papua-Bevölkerung auf die indonesischen Besatzer ist überall spürbar.

Im August 2003 konnten wir uns im Baliemtal davon überzeugen, dass in einigen abgelegenen Gebieten bewaffnete Aktivisten der OPM offen auftreten. Gleichzeitig fanden wir Hinweise darauf, dass Mitglieder fundamentalistischer Terrororganisationen wie Jemaah Islamiah und Laskar Jihad unter dem Schutz der indonesischen Armee in diese vorwiegend christliche Region eindringen. So trafen wir im Süden des Baliemtals auf eine neu errichtete Moschee und schwer bewaffnete Jugendliche aus Ost-Java, die eindeutig dem fundamentalistischen Umfeld zuzuordnen waren.

Die Seiten des Auswärtigen Amtes informieren relativ zuverlässig und aktuell über die aktuelle Sicherheitslage in Papua Barat.

Aktuelle Informationen über Raja Ampat finden sich auch immer im BodeBlog.