Dynamitfischerei vor Misool

Dynamitfischerei vor Misool

Die Amira in voller Fahrt

Das Raja Ampat Meeresschutzgebiet ist etwa 50 000 km2 groß und entsprechend schwer kontrollierbar. Immer wieder kommen vagabundierende Dynamitfischer von Halmahera oder Sulawesi in diese Region und schlagen unbeobachtet erbarmungslos zu.

Obwohl die Behörden in Raja Ampat erste Schritte unternommen haben in Zusammenarbeit mit den Dorfgemeinschaften in der Region den Schutz des Meeresparks zu verbessern und sogar erste Erfolge im Kampf gegen die illegale Fischerei zu verzeichnen sind (vgl. dazu meinen Beitrag im BodeBlog), kommt es immer wieder zu katastrophalen Zerstörungen.

Gerade hat ein Tauchfreund aus Daram vor der Ostküste von Misool berichtet, dass er dort bei drei Tauchgängen durch Dynamit zerstörte Riffe vorgefunden hat. Die Dynamitfischer müssen kurz vor Ankunft der Taucher das Weite gesucht haben, denn unter Wasser fanden sich viele tote und verletzte Fische, die die Räuber zurückgelassen hatten. Am Strand verschiedener Inseln fanden die Taucher nicht nur die Spuren von Schildkröten, die dort ihre Eier abgelegt hatten, sondern auch die Spuren der Dynamitfischer, die gleich auch die Gelege der Schildkröten geplündert hatten.

Es ist ein Jammer. Noch bei unserer letzten Tour mit der Amira im April sind wir bei den Daram Inseln vorbei gefahren und hatten dort wunderschöne Tauchgänge in einer fantastischen Unterwasserwelt. Sich vorzustellen, dass dieses Paradies innerhalb weniger Stunden durch gewissenlose Plünderer zerstört worden ist tut weh und macht wütend.


2 comments

  1. 20. Dezember 2012 at 20:39

    Vor kurzem habe ich mir die Art so zu fischen auf Youtube angesehen. Das ist schon schockierend, aber andererseits kämpfen die Menschen dort ums nackte überleben. Für uns ist es einfach zu sagen das es Verwerflich sei so zu fischen. Trotzdem gibt es sicherlich schonendere und genauso effektive Möglichkeiten Fische zu fangen. Problematisch ist eben das nicht nur die verwertbaren Fische getötet werden, sondern alles in einem bestimmten Umkreis. Brut, Korallen, Larven, …

    Reply
  2. 4. Juni 2013 at 9:40

    Wie mein Vorposter schon angedeutet hat, liegt das Problem sicher nicht im fehlenden Gewissen der Fischer. Sondern in der krassen Armut in der sie leben und sicher auch in deren Unwissenheit bezüglich Alternativen.

    Wenn du Hunger leidest und es zudem nicht besser weißt, interessieren dich ein paar zerstörte Riffe einfach nicht. Vermutlich nehmen diese Fischer ein Riff gar nicht als wichtig wahr, vermutlich sind das für sie nur ein paar Felsen die ihnen sowieso nur die Netze kaputt machen würden.

    Möchte man das Problem lösen, müsste man auf Aufklärung und Bildung setzen. Aber die kostet in Indonesien für viele Menschen einfach zu viel Geld.

    Aber das war in Europa auch mal so und das ist noch gar nicht so arg lange her …

    Gerhard

    Reply

Leave a Reply

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Diese Website benutzt Cookies. Wenn du die Website weiter nutzt, gehe ich von deinem Einverständnis aus.