El Niño bringt kaltes Wasser nach Indonesien

El Niño bringt kaltes Wasser nach Indonesien

Niedrige Wassertemperaturen in Indonesien

Während unseres Aufenthaltes im Sommer in der Lembeh-Straße hatten wir Wassertemperaturen von nur 24°C. In Bali wurden im September 16°C gemessen und es gab so viele Mondfisch (Mola Mola) – Sichtungen wie lange nicht mehr. Ähnlich niedrige Wassertemperaturen wurden auch aus Alor gemeldet. Im Süden von Pantar war es noch kälter als sonst und es wurden viel mehr Hammerhaie und Fuchshaie gesichtet als früher.

Ricardo Buxo von der Ondina berichtet von einem Tauchgang in der Bandasee mit einer riesigen Hammmerhaischule. Er schätzt die Anzahl der Tiere auf etwa 100. Auch hier war das Wasser mit 26°C ungewöhnlich kalt. Normal sind in der Bandasee eigentlich Wassertemperaturen um 28/29°C. Wird Indonesien plötzlich zum Großfischmekka?

Mitnichten. Das kalte Wasser in weiten Teilen Indonesiens, das wir im Moment beobachten, ist ein weiteres deutliches Anzeichen für einen ungewöhnlich starken El Niño Effekt. Im Moment befindet sich die riesige Warmwasserblase noch im Ostpazifik und in der Karibik. Als Folge davon wird kaltes Tiefenwasser nach Westen gelenkt, das sich durch den Indonesischen Durchfluss (Indonesian Throughflow) in ganz Indonesien im Laufe dieses Sommers verteilt hat. Großfische, die sich normalerweise im tieferen Wasser aufhalten, steigen nun auch in Wassertiefen auf, in denen sich Sporttaucher aufhalten. Daher kommen auch die vielen Großfischsichtungen, von denen viele Taucher aus Indonesien in der letzten Zeit berichten. Leider wird dieses Phänomen nicht von Dauer sein. In den nächsten Monaten wird die Warmwasserblase kontinuierlich weiter nach Westen wandern und ab Februar auch Indonesien und den gesamten Indischen Ozean erreichen.

El Niño: Niedrige Wassertemperaturen in Indonesien

Noch kein Stress für Korallen in Indonesien im Oktober 2015

Ab dann wird es auch in Indonesien kritisch: Eine Korallenbleiche droht.  Entscheidend wird sein, wie lange die Korallen den hohen Wassertemperaturen ausgesetzt sind. Gebiete, die direkt am Indonesischen Durchfluss liegen, haben dann die besten Überlebenschancen. Die Riffe vor Bali, Komodo, Alor und Raja Ampat dürften daher auch am wenigsten gefährdet sein. Für viele andere Gebiete im Korallendreieck und besonders im Indischen Ozean sieht es allerdings düster aus.


2 comments

  1. 17. Oktober 2015 at 15:08

    ????????

    Reply
  2. 18. Oktober 2015 at 23:11

    Da wird es einem richtig bange. Ich habe in Pulau We 2010 die Auswirkungen der Korallenbleiche gesehen. Ein Alptraum. Die Riffe hatten sich dank der Mühen der Tauchbasen nach dem Tsunami ein bisschen erholt und dann das.

    Reply

Leave a Reply

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Diese Website benutzt Cookies. Wenn du die Website weiter nutzt, gehe ich von deinem Einverständnis aus.