Übersicht: Korallenbleiche in Südostasien

Übersicht: Korallenbleiche in Südostasien

Mittlerweile beginnt sich ein klareres Bild von der Korallenbleiche in Südostasien abzuzeichnen. Ursache war eine extrem starke Erwärmung des Oberflächenwassers auf bis zu 34 °C Ende Mai im Indischen Ozean. Daher liegen auch die Gebiete mit den größen Schäden (etwa 80% gebleichte Korallen) in der Andamanensee, den Malediven, Thailand und vor der Nordspitze Sumatras (Pulau Weh).

Das warme Oberflächenwasser bewegte sich in den folgenden Wochen weiter nach Süden und Südosten, so dass es inbesondere in der Straße von Makassar (Spermonde Archipel) und auch im Tomini Golf (Togian Inseln) zu einer über mehrere Tage andauernden extremen Erhöhung der Wassertemperatur kam. Manado im Norden von Sulawesi blieb von der Korallenbleiche verschont. Hier herrschen besondere Strömungsverhältnisse, die immer wieder für den Zustrom von kaltem Tiefenwasser sorgen.

Ein weiterer Ausläufer der warmen Strömung bewegte sich an der Malayischen Halbinsel entlang nach Norden und sorgte auch dort für eine extrem hohe Mortalität unter den Korallen. Mittlerweile hat die Malayische Regierung dieses Gebiet für Taucher gesperrt.

Weitere Strömungsausläufer streiften Wakatobi (35% gebleichte Korallen) und erreichten Ambon (10-20%). Auch Bali und Lombok sind betroffen. Besonders die Gili Inseln östlich vom Lombok haben an einigen Riffen erhebliche Schäden zu verzeichnen (bis zu 50%).

Weiter im Osten haben kalte Tiefenströmungen von Süden für einen Ausgleich der Temperaturen gesorgt. In Komodo kam es zu geringen Schäden bei einigen Hartkorallenarten und Seeanemonen bleichten aus. Die Seeanemonen sollen sich mittlerweile  wieder erholt haben. Graham Abbott, der zur Zeit in der Gegend taucht, wird mir einen aktuellen Bericht zumailen.  Aus Maumere werden vereinzelte gebleichte Korallen im Flachwasser (1 -2 m) gemeldet und aus Alor kommt eine Fehlanzeige. Auch hier haben – ähnlich wie in Komodo – die kalten Strömungen aus dem Süden für einen Ausgleich gesorgt.

Auf der folgenden Karte habe ich einmal die bisher vorliegenden Ergebnisse zusammen gestellt. Rot markierte Gebiete kennzeichnen sehr stark geschädigte Riffe, gelb gekennzeichnete Gebiete weisen Schäden bei bis zu 35% der Korallen auf und die grünen Gebiete sind weniger betroffene Riffe mit kleineren Schäden um die 10%.

Korallenbleiche in Suedostasien 2010

Korallenbleiche in Südostasien 2010



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