Unterschiedliche Maßstäbe beim Tauchen

Unterschiedliche Maßstäbe beim Tauchen

Maßstäbe sind so eine Sache. Insbesondere dann, wenn sie willkürlich gesetzt und verändert werden. Das ist z. B. bei mir in der Schule so. Was heute angeblich eine Unterrichtsversorgung von 100 % ist war möglicherweise vor 10 oder 20 Jahren noch eine Versorgung von 80 %. Man hat einfach die Parameter verändert und kommt so zu den gewünschten Ergebnissen.

Solche Verschiebungen der Maßstäbe gibt es auch in unserer Wahrnehmung der Natur und da sind sie nicht immer so leicht durchschaubar wie in dem Beispiel mit der Unterrichtsversorgung. Bei unseren Tauchgängen erleben wir zwar regionale Unterschiede in der Artenvielfalt und dem Fischreichtum; wir haben aber in der Regel nicht die Möglichkeit, Veränderungen im zeitlichen Vergleich wahrzunehmen. Für jede Tauchergeneration ist das, was unter Wasser zu sehen ist gut, durchschnittlich oder schlecht. Nur mag vor 20 oder 30 Jahren das was heute gut ist vielleicht grottenschlecht und das Durchschnittliche undiskutabel gewesen sein. Es gibt eine schleichende Verschiebung unserer Wahrnehmung von Normalität. Ein einziger Riffhai bei einem Tauchgang heute ist schon ein Highlight, vor 20 Jahren wäre man darüber extrem enttäuscht gewesen sein.

Sehr schön gezeigt werden diese Wahrnehmungsunterschiede in einem kurzen Videobeitrag auf Vimeo. Während einer Tauchsafari mit der Seven Seas nach Komodo trifft ein junger, unerfahrener Taucher auf Tauchveteranen wie Ron und Valerie Taylor, Bob und Dinah Halstead sowie einige andere. Diese Leute haben zum Teil schon 50 Jahre Taucherfahrung auf dem Buckel und die Ozeane zu einem Zeitpunkt bewusst erlebt, als es unter Wasser noch ganz anders aussah als heute. In “Shifting Baselines” treffen die unerschiedlichen Wahrnehmungen des jungen Tauchers auf die der Oldies und es ist keine Überraschung, dass diese erheblich voneinander abweichen.

Gut kommt übrigens der Komodo Nationalpark in diesem Filmbeitrag weg. Die Tauchprofis sind durchweg der Meinung, dass der Schutz des Nationalparks funktioniert und gute Erfolge zeigt. Ein Grund mehr für mich im Sommer mit der Amira von Bali nach Komodo zu fahren.



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