Siren-Flotte: Schiff Nr. 6 sinkt

Siren-Flotte: Schiff Nr. 6 sinkt

Tauchschiff Fiji Siren

Fiji Siren

Seit 8 Jahren immer wieder Unglücke

Bereits vor über zwei Jahren habe ich in mehreren Beiträgen vor der Siren Flotte gewarnt. Immerhin waren zu diesem Zeitpunkt in nur 6 Jahren 5 Schiffe aus der Siren-Flotte gesunken. Mittlerweile muss die Liste mit den Siren-Havarien um ein weiteres Schiff ergänzt werden.
In den frühen Morgenstunden des 14. November 2017 rammte die Fiji Siren ein Unterwasser-Hindernis und sank. Damit erhöht sich die Zahl der gesunkenen Schiffe aus der Siren- Flotte auf 6.
Hier noch einmal ein Überblick über die gesunkenen Schiffe seit 2009:

 

Schiff Jahr Bemerkungen
1. Siren 2009 Zusammenstoß mit einem Frachter während einer Nachtfahrt. Ein Crew-Mitglied stirbt.
2. Mandarin Siren 2012 Während eines Tauchgang bricht an Bord ein Feuer aus, das durch einen defekten Wäschetrockner verursacht wird. Crew und Gäste werden von der Indo Siren an Bord genommen und nach Sorong gebracht. Das Schiff sinkt. Bericht im Bodeblog.
3. Oriental Siren 2012 Nach einer stürmischen Überfahrt zurück von der malaysischen Insel Layang Layang nach Labuan führt die Mannschaft eine Inspektion des Schiffes durch ohne – wie befürchtet – ein Leck zu entdecken. Auf der nächsten Fahrt gerät die Oriental Siren in einen Sturm, Wasser dringt ein und Mannschaft und Gäste müssen mitten in der Nacht in die Schlauchboote. Alle schaffen es schließlich bis nach Layang Layang. Das Boot sinkt. Siehe auch meinen Bericht dazu im Bodeblog ‘Ein bisschen Notfall’.
4. Truk Siren 2015 Im März gerät die Truk Siren in den Typhoon Masak. Sie wird auf ein Riff getrieben und anschließend geplündert.
5. Palau Siren 2015  Die Palau Siren läuft auf ein Riff.
6. Fiji Siren 2017  Die Fiji Siren rammt ein Unterwasser-Hindernis und sinkt.

Die Fiji Siren geht unter

Über den genauen Ablauf des Unglücks gibt es auf der Website von World Wide Dive & Sail (WWDS) noch keine genaueren Informationen.

Fest steht zur Zeit nur, dass das Schiff irgendeinen Gegenstand unter Wasser gerammt haben muss. Der Aufprall muss so stark gewesen sein, dass ein großer Riss im Schiffsrumpf entstand, der von der Crew von außen auch mit Epoxidharz nicht zu flicken war.
Schon nach einer Stunde war klar, dass der Wassereinbruch von den insgesamt 4 Pumpen nicht aufgefangen werden konnte. Die 16 Gäste wurden mit Reisepass, Schwimmweste und unbedingt benötigten Medikamenten an Land gebracht und dort notdürftig versorgt.

In der Zwischenzeit versuchte der restliche Teil der Mannschaft die Fiji Siren zu retten und das restliche Gepäck der Gäste in Sicherheit zu bringen. Nachdem gegen 05.30 Uhr die stärkste Wasserpumpe ausfiel, war das Schiff endgültig verloren. Um 07.15 Uhr verließ die gesamt Mannschaft das Schiff, das dann um 10.00 Uhr unterging.

Siren-Flotte: Das Risiko fährt mit

Vor dem Hintergrund der unrühmlichen Geschichte der Siren-Flotte gibt es in den Sozialen Netzwerken erwartungsgemäß viele Vorwürfe und Vermutungen an denen ich mich zum jetzigen Zeitpunkt nicht beteiligen werde. Von der gesamten Flotte sind derzeit noch drei Schiffe in Betrieb: Indo Siren, Palau Siren und Philppine Siren können weiterhin gebucht werden und werden sogar von deutschen Tauchreiseveranstaltern angeboten.

Parallel dazu baut WWDS seine Master Liveaboards-Flotte weiter aus. Unter diesem Namen sind bereits 7 Tauchschiffe in Betrieb (Bahamas, Franz. Polynesien, Galapagos, Malediven, Rotes Meer, Salomonen, Truk).

Aus nachvollziehbaren Gründen verkauft sich das Siren-Label nicht mehr so gut wie früher. Mit den neuen Master Liveaboards versucht WWDS nun parallel einen Neustart. Allerdings sollte jeder Wissen, dass in der neuen Verpackung das alte Risiko weiter mitschwimmt.

Die Sirenen waren ja bekanntlich in der griechischen Mythologie weibliche Wesen, die mit ihrem betörenden Gesang Schiffe und ihre Mannschaft ins Unglück lenkten. Das trifft leider auch auf die Siren-Flotte zu, ist aber bei genauerem Hinsehen auch nicht der optimale Name für eine Tauchschiff-Flotte. Es sei denn, man nimmt den Begriff ‘Tauchschiff’ etwas zu wörtlich …



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