Tauchbasen auf den Molukken

Tauchbasen auf den Molukken

Banda Blick von Baba Lagoon auf Gunung Api

Was waren das noch für Zeiten! Früher waren Reisen auf die Molukken im Osten von Indonesien nur etwas für Leute mit viel Zeit, großer Geduld und hoher Leidensfähigkeit. Oft saß man tagelang auf einer gottverlassenen Insel fest, um auf eine der überfüllten Fähren zu warten, weil der Merpati-Flieger gerade wieder einmal ausgefallen war. Abenteuer pur! Die Indonesien-Newbies von heute können sich gar nicht vorstellen, was wir früher durchgemacht haben, um an das Ziel unserer Träume zu kommen.

Es lebe der Fortschritt

Jetzt aber Schluss mit dem nostalgischen Gejammere! Wir leben schließlich im 21. Jahrhundert und Internet, Smartphone und Online-Boooking sind längst auch in Indonesien und dort sogar auf den Molukken angekommen. Das Mobilnetz ist hier sogar viel schneller als in manchen Gegenden Deutschlands. Auf vielen Inseln wurden neue Flughäfen und Straßen gebaut und dort, wo man noch auf Fähren angewiesen ist, ersetzen nun Schnellfähren und Autofähren die alten, unzuverlässigen Seelenverkäufer auf die man früher angewiesen war.

Das sich etwas verändert hat sieht man auch an manchen Reisenden, die heute auf den Molukken unterwegs sind. Vor 10 oder 15 Jahren wären diese Leute nicht über Bali oder die Gilis hinausgekommen. Heute laufen sie mit trägerlosen Tops und knappen Bikinihöschen zum Entsetzen der Einheimischen am Strand vor dem Dorf herum oder knutschen unbekümmert im Strand. Es sind allerdings noch sehr wenige, und ich hoffe, dass es noch einige Jahre so bleibt.

Prima Klima

Für Tauchreisende mit dem Ziel Molukken ist noch wichtig zu wissen, dass sich die Wetterbedingungen in diesem Teil Indonesiens vom Rest des Landes unterscheiden. In der Hauptreisezeit von von Juni bis September ist Regenzeit auf den Molukken, während der Rest Indonesiens sich gerade in der Trockenzeit befindet.
Man sollte daher einen Besuch der Molukken im europäischen Sommer vermeiden. Auch der Januar ist eher ungünstig. Dann weht der Nordwestmonsun zu stark und bringt Starkregen.
Allerdings gibt es auch hier wieder regionale Abweichungen. So kann man durchaus auch im (europäischen) Sommer vor der Westküste Halmaheras oder im Norden von Seram tauchen. Dort ist es im Windschatten der großen Inseln auch im Juli/August wieder trocken.

Neues Netz von Tauchbasen

Ziemlich unbemerkt von der Taucher-Community hat sich in den vergangenen Jahren aber auch das Angebot an Tauchbasen auf den Molukken erhöht. Interessanterweise sind auch viele darunter, die unter deutscher Leitung stehen und einen guten Sicherheitsstandard bieten. Die Preise dieser Tauchbasen schießen ebenfalls nicht durch die Decke, so dass sie eine gute Wahl für anspruchsvolle Tauchreisende mit begrenztem Budget darstellen.

Die folgende Karte gibt einen guten Überblick über die Lage und Erreichbarkeit der insgesamt vier Tauchbasen unter deutscher Leitung auf den Molukken und zwar auf den Inseln Ambon, Banda, Kei und Seram.
Die Tauchbasen im oberen Marktsegment auf den Molukken sind in dieser Übersicht nicht aufgeführt. Zu nennen wären hier auf Ambon Dive into Ambon, auf Saparua das Capepaperu Resort & Spa und auf Halmahera das Weda Resort und das Sali Bay Resort. Diese Resorts spielen preislich und komfortmäßig in einer anderen Liga.

Drehkreuz Ambon

Die Insel Ambon ist das verkehrstechnische Drehkreuz der Molukken. Mehrmals am Tag landen hier Maschinen aus Jakarta oder Denpasar. Von Ambon aus kann man fast alle Inseln der Molukken ziemlich zuverlässig mit dem Flugzeug erreichen. Inseln ohne Flughäfen (Seram) oder mit zu kleinen Landepisten (Banda) werden von hier mit Schnellfähren angefahren. Das dauert dann unter dem Strich auch nicht länger als mit dem Flugzeug, wenn man Anfahrt und Wartezeit im Flughafen mit einrechnet.

Tauchbasen unter deutscher Leitung

Ambon

Die Bucht von Ambon ist neben der Lembeh Straße eines der besten Muck-Tauchgebiete in Indonesien. Im unteren Preissegment bieten die Critterjunkies in Ambon den einfachsten Zutritt zu diesem Makro-Paradies in Indonesien. Die Tauchbasis unter deutscher Leitung verlangt im Schnitt 25 € pro Tauchgang. Bucht man gleich ein größeres Tauchpaket kommt man sogar noch etwas billiger weg.
Die Critterjunkies kümmern sich auch um einfache, preiswerte Unterkünfte in der Nähe. Bessere und teurere Unterkünfte liegen weiter weg. Dann muss man einen täglichen Transfer organisieren.

Banda

Nach einer 5-6 stündigen Fahrt mit der Schnellfähre erreicht man von Ambon aus die Banda Inseln. Die kleine Inselgruppe liegt mitten in der über 6000m tiefen Bandasee. Die Korallenriffe der Banda Inseln gehören zu den artenreichsten und gesündesten der Welt. Hier wurden über 300 verschiedene Korallenarten und mehr als 500 verschiedene Fischarten gezählt.
Wer hier tauchen wollte kam früher nur mit sehr teuren Tauchschiffen zum Ziel. Das ist jetzt einfacher und vor allem preiswerter zu haben. Unter deutscher Leitung bietet Dive Bluemotion Banda seit mehreren Jahren tolles Tauchen in der Bandasee an. Wohnen kann man entweder in den einfachen Zimmern des Baba Lagoon Hotels in dem die Basis untergebracht ist, oder man mietet sich in einem anderen Hotel oder Homestay in fußläufiger Entfernung von der Tauchbasis ein.
Ab 20 Tauchgängen zahlt man etwa 28€ pro Tauchgang. Für Nitrox muss man nicht extra bezahlen.

Banda: Großes Tauchboot von BluemotionBanda: Tauchboot BluemotionBanda: TauchdeckBanda: Treppe zum SundeckBanda: Typisches KorallenriffRiff mit roten KorallenBanda: Hartkorallen wachsen hier prächtigBanda: Hammerhai vor Pulau AiBanda: SchildkröteBanda: Roter SchaukelfischBanda: Zwei BoxerkrabbenBanda: UnterwasserhöhleBanda: HammerhaiBanda: Kleiner Anglerfisch

Kei Inseln

Nur anderthalb Flugstunden von Ambon entfernt liegen die Kei Inseln am östlichen Rand der Bandasee. Hier ist man schon ganz in der Nähe von Neuguinea und nach Australien ist es auch nicht mehr weit. Vom Flughafen ist man in etwa einer halben Stunde am Pasir Panjang, dem langen Strand, wo die nächste deutsche Tauchbasis zu finden ist. Seit zwei Jahren sind an diesem wohl schönsten Strand Indonesiens die Kei Pirate Divers zu Hause. Die Kei Piraten kümmern sich auch um die Vermittlung von Unterkünften. Für wenig Geld kann man dann in einfachen Homestays in der Nähe mit Vollpension übernachten. Wer weiter entfernt unterkommt, kann sich für wenig Geld ein Moped ausleihen. Dann hat man auch die Möglichkeit, die Insel auf eigene Faust zu erforschen.
Unter Wasser gibt es auf den Kei Inseln noch viel zu entdecken. Es gibt viele Tauchplätze mit schönem Hartkorallenbewuchs. Fast immer sieht man während eines Tauchgangs große Fischschwärme, Papageienfische und hin und wieder auch Napoleonfische. Nicht jedermanns Sache sind die großen, olivgrünen Seeschlangen, die manchmal sehr neugierig sind. An einem Tauchplatz werden hin und wieder Bullenhaie gesichtet.

Bei den Kei Pirate Divers ist man ab 10 Tauchgängen mit 31 € pro Tauchgang dabei. Nitrox kostet pro Tank 4€ zusätzlich. Die abgelegene Lage der Kei Insel hat ihren Preis. Die Transportkosten zu den Kei Inseln sind höher als zu den günstiger gelegenen Inseln der Molukken.

Tauchbasis: Kei Pirate DiversTauchbasis der Kei Pirate DiversKei-Inseln: Südseeträume werden wahrKei-Inseln Sandstrand

Seram

Seram, viel größer als Ambon und nur wenige Kilometer entfernt, stand immer im Schatten der im Gewürzhandel reich gewordenen Nachbarinsel. Das ist auch heute noch so, obwohl mehrere Fähren Ambon mit Seram verbinden und sich die Straßenverhältnisse in den letzten Jahren verbessert haben. Sogar eine Küstenstraße rund um die immerhin 320 km lange Insel ist im Bau und wird hoffentlich im Laufe der nächsten Jahre fertiggestellt werden. Noch immer sind weite Teile der bis zu 3000m hohen Insel mit dichtem Dschungel bedeckt.

In diesem Umfeld wurde 2018 von Ralf Moeller die Nakaela Lodge eröffnet. Sie ist von Ambon aus relativ einfach zu erreichen. Nach einer Fahrt nach Liang an der Nordostküste von Ambon fährt man mit der mehrfach am Tag verkehrenden Autofähre in etwa anderthalb Stunden nach Seram. Dort wartet der klimatisierte Bus des Resorts auf die Gäste. Nach einer interessanten und abwechslungsreichen Fahrt ist man nach 3 bis vier Stunden in der Nakaela Lodge.

Wegen der abgelegenen Lage des Resorts kann man hier nur mit Vollverpflegung in einem der vier geräumigen Bungalows übernachten. Das kostet etwa 100€ am Tag inklusive unbegrenztem Tauchen. Bei drei Tauchgängen am Tag ist die Nakaela Lodge damit ein wirkliches Schnäppchen, zumal die Verpflegung alle anderen Tauchangebote, die ich hier vorgestellt habe, weit in den Schatten stellt. Morgens gibt es selbst gebackenes Brot zum Frühstück und mittags und abends sogar manchmal … Veganer lesen ab hier im nächsten Abschnitt weiter … Schnitzel vom Wildschwein oder Hirschgulasch. Alles kommt auf direktem Weg frisch aus den Urwäldern Serams.

Das Hausriff liegt vor dem Resort und ist besonders für Critter-Liebhaber interessant. Hier wechseln Korallenblöcke und sandige Stellen ab. Im nicht immer klaren Wasser findet man viel Kleinzeug, aber auch große Fischschwärme können plötzlich auftauchen. Es gibt einen relativ stationären Makrelenschwarm und einen Schwarm Barrakudas, die häufig gesichtet werden. Weitere Tauchplätze liegen nur 2 – 25 Minuten entfernt. Viele Tauchplätze warten noch darauf zum ersten Mal betaucht zu werden.

Tauchbasis der Nakaela LodgeDas neue Tauchboot der Nakaela LodgeAltes Tauchboot der Nakaela LodgeNakaela Lodge, Ausfahrt zum TauchenTypische Gorgonien am HausriffMuräne in einem VasenschwammJuveniler Kaiserfisch, NakaelaGorgonie mit KardinalfischenMakrelenschwarm am Hausriffe der Nakaela LodgeNakaela Lodge Makrelenschwarm

Wer gerne Trekkingtouren im noch weitgehend intaktem Dschungel macht, ist in der Nakaela Lodge ebenfalls gut aufgehoben. Nur wenige Kilometer entfernt beginnt dichter Urwald mit riesigen Bäumen. Man kann Wasserfälle und Kalksinterterrassen bewundern und natürlich gibt es auch immer die Chance, den einen oder anderen Vertreter der nur auf Seram vorkommenden Schmetterlinge und Vögel zu sehen.

Dschungeltrekking in SeramKalksinterterrassen im DschungelOrchidee im GartenKalksinterterrassen im DschungelUrwaldbäume mit Brettwurzeln im DschungelVor einer Brettwurzel im Dschungel, Seram

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