Wenn die Bootsmannschaft nicht aufpasst

Wenn die Bootsmannschaft nicht aufpasst

Mittlerweile liegen weitere Berichte über die in Komodo abgetriebenen Taucher vor. Es war offensichtlich so, dass die an Bord gebliebene indonesische Mannschaft die Gruppe nach dem Auftauchen nicht orten konnte.

Nach Beendigung des Tauchgangs konnten die Taucher ihr Boot in der Ferne sehen, trotzdem gelang es ihnen nicht, mit Signalbojen und Pfeifen die Aufmerksamkeit der Mannschaft auf sich zu lenken. Die bekanntlich extrem starken Strömungen in Komodo sorgten dann dafür, dass die Tauchergruppe immer weiter abgetrieben wurde. Alle fünf Taucher klammerten sich schließlich an einen vorbeitreibenden Baumstamm und paddelten, um nicht völig auszukühlen, mit der Strömung weiter. Erst gegen Abend gelang es ihnen, in Rinca an Land zu kommen.

Bei meiner letzten Tour in Raja Ampat zur Triton Bay kamen wir ungewollt auch in eine solche Situation: Als wir am Ende des Tauchgangs nach einer Stunde auftauchten, war von unserem Zodiac weit und breit nichts zu sehen. Wir ließen uns etwa eine Stunde weitertreiben, bis wir schließlich unser Boot sichteten und mit Spiegeln und Signalbojen die Aufmerksamkeit der Bootsleute auf uns richten konnten. Was war passiert?

Die beiden Jungs an Bord hatten es sich nach unserem Abtauchen erstmal im Boot gemütlich gemacht und überhaupt nicht registriert, wie schnell sie durch die Strömung abgetrieben wurden. Als wir dann nach einer Stunde auftauchten, waren sie längst außer Sichtweite und hatten in der fremden Ungebung in der Nähe der Triton Bucht längst selbst die Orientierung verloren.

Was lernen wir daraus? Tauchbasen und Safariboote müssen mehr Zeit in das Training und die Auswahl ihrer Mitarbeiter investieren. Gerade diejenigen, die an Bord zurück bleiben, haben eine enorme Verantwortung und das muss diesen Leuten immer wieder klar gemacht werden.

Auch die Tauchguides müssen sich vor dem Tauchgang nicht nur um ihre Tauchergruppe kümmern, sondern sie müssen in der Lage sein, mit den in der Regel einheimischen Bootsleuten in deren eigener Sprache zu kommunizieren und ihnen klare und verständliche Anweisungen zu geben. Dazu gehört auch, dass man sich bei wiederholten Schlampereien von Mitarbeitern trennt.

In unserem Fall lag es aber eindeutig am unfähigen Management durch den Skipper der Seahorse. Er sprach kein Indonesisch und kommandiert die Crew unfreundlich herum, so dass bei jedem Hafenaufenthalt Teile der Mannschaft den Kahn verließen und auf die Schnelle wieder neues, unerfahrenes Personal angeheuert wurde. Entsprechend schlecht war die Stimmung an Bord und entsprechend schlecht trainiert, unmotiviert und uninteressiert waren einige aus der Mannschaft.

Das Problem ist halt nur, dass man als Gast dies alles erst (zu) spät oder gar nicht mitkriegt. Da hilft dann eben nur, dass sich solche Schlampereien in der Taucher-Community herumsprechen und den Tauchbasen und Tauchschiffen irgendwann einmal die Kundschaft wegbleibt. Ich kann auch nur immer wieder empfehlen, sich vorher wirklich genau zu informieren und nicht das zu glauben, was sogenannte Taucherzeitschriften berichten. Eine gute und unabhängige Quelle ist immer noch www.undercurrent.org mit einer umfassenden Sammlung von Taucherberichten aus aller Welt.



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