Neue Tauchbasen: Kusu Island Resort

Neue Tauchbasis auf Halmahera: Kusu Island Resort

Luftaufnahme von Kusu Island mit dem Resort im Vordergrund.

10. November 2021

Nordwestlich von Raja Ampat liegt eine ungewöhnlich geformte große Insel mit insgesamt vier langgestreckten Armen und vielen vorgelagerten Inseln. Ihr Name ist in Europa nur Insidern bekannt: Halmahera.

Halmahera ist zwar die größte Insel der Molukken und mit knapp 18 000 km² die sechstgrößte Insel Indonesiens, sie lag aber immer im Schatten der westlich vorgelagerten Inseln Ternate und Tidore, die Sitz mächtiger Sultanate waren.
Der Norden der Insel ist von Vulkanismus geprägt, im Süden überwiegen Tieflanddschungelgebiete und Kokosplantagen. 

Im Bereich der Weda Bucht wird Zinn- und Kobalt abgebaut. Die Folgen für die Umwelt sind beträchtlich. 

Der berühmte Naturforscher Alfred Russel Wallace besuchte die Insel im Jahr 1858. Vermutlich entwickelte er während dieses Aufenthaltes auf Halmahera unabhängig von Darwin die Evolutionslehre, die wir heute nur noch mit dem Namen Darwins verbinden.
Auf Halmahera entdeckte er auch eine nach ihm benannte Paradiesvogelart, Semioptera wallacei. Diese Vögel können auch heute noch in Halmahera beobachtet werden.

Semioptera Wallacei, die einzige Paradiesvogelart auf Halmahera
Semioptera Wallacei, die einzige Paradiesvogelart auf Halmahera

Tauchen in Halmahera

Dank seiner zentralen Lage im Korallendreieck ist die marine Artenvielfalt in Halmahera außergewöhnlich hoch. Davon konnte ich mich im Rahmen von zwei Tauchsafaris mit der Amira selbst überzeugen. Die besten Tauchplätze befinden sich auf den vorgelagerten Inseln auf der Westseite der Insel.

Bisher waren die Tauchangebote auf Halmahera überschaubar: Auf der vorgelagerten Insel Ternate konnte man bei den Nasijaha Divers einchecken und mit dieser von Indonesiern geführten Tauchbasis Tauchgänge vor der Insel unternehmen.

In der Weda Bucht gibt es schon seit vielen Jahren, das vom Tauchpionier Rob Sinke geleitete Weda Resort mit strömungsarmen Tauchplätzen in der Weda Bucht und interessanten Vogelbeobachtungsangeboten.

Nach der Aufhebung des Tauchverbots in Süd-Halmahera über das ich im Bodeblog ausführlich berichtet habe, kam vor ein paar Jahren das hochpreisige Sali Bay Resort in der Meeresstraße zwischen der Insel Bacan und dem südlichen Arm von Halmahera im Süden dazu.

Kusu Island Resort

Zur Geografie

Nur wenige Kilometer südwestlich des Sali Bay Resorts ist nun ein neues, ebenfalls nicht gerade preiswertes Resort unter Österreichischisch-Australischer Leitung entstanden: Das Kusu Island Resort

Christian Lechner und Barbara Trattner haben in den vergangenen vier Jahren sehr viel Zeit und Geld in den Bau des neuen Resorts investiert. Wegen Corona hat sich die Eröffnung weit nach hinten verschoben. Aber seit diesem Jahr ist es nun soweit.
Das Kusu Island könnte nun die ersten Gäste begrüßen, würde denn Indonesien Ausländer ins Land lassen. Das ist zwar im Moment nocht nicht der Fall, aber ein Ende ist ja in Sicht. Ich rechne fest damit, dass auch Indonesien in den kommenden Wochen, die Einreisebestimmungen auch für Deutsche weiter erleichtern wird.

Die Lage des neuen Resorts ist vielversprechend. Wie Sali Bay liegt das Kusu Island Resort in der bereits erwähnten Meeresstraße zwischen Bacan und Halmahera. Im Wechsel der Gezeiten fließen hier täglich im Wechsel enorme Wassermassen entweder nach Süden oder nach Norden.

Die Bacan-Inseln bilden in diesem Kanal eine natürlich Barriere, durch die sich die Wassermassen hindurchdrängen müssen. Hier treten erwartungsgemäß starke Strömungen auf. Andrenalinjunkies unter den Tauchgästen werden diese Strömungstauchgänge genießen. Da es im Strömungsschatten der Inseln auch immer ruhige Tauchplätze gibt, ist eine entspannte Tauchalternative immer in Reichweite.

Reisezeit für Halmahera

Die Temperaturen sind ganzjährig tropisch warm. Die Wassertemperaturen schwanken um die 28°C. Dank seiner geschützten Lage, ist das Kusu Island Resort sowohl vor dem Südost- als auch dem Nordwestmonsun geschützt. Das Meer ist also ganzjährig relativ ruhig.

Während der Zeit des Nordwestmonsuns von Oktober bis März fällt normalerweise weniger Niederschlag als während des Südostmonsuns von Mai bis August.

Das Resort

Das Resort besteht aus acht 72m² großen Villen, einem Restaurant, einem Tauchzentrum, zwei Anlegestegen und mehreren Versorgungsgebäuden.

Die auf Stelzen gebauten Villen stehen direkt am weißen Sandstrand und sind in offener Bauweise konstruiert. Es gibt einen großen, offenen Wohn- und Schlafbereich mit einer großen Veranda davor. Das Riff ist nur wenige Schritte über den Strand und einige Flossenschläge entfernt.

Die Villen sind mit viel Liebe zum Detail mit aus Treibholz gezimmerten Möbeln eingerichtet. Alle Bungalows sind klimatisiert. Es gibt DIN-Steckdosen, einen Safe und sogar einen kleinen Kühlschrank.

Restaurant

Auch das Restaurant liegt wie die Villen direkt am Meer. Die Frontseite ist verglast, kann aber bei Bedarf geöffnet werden. In der Küche wird ein Mix aus indonesischen und internationalen Gerichten angeboten.

Der Relax-Bereich des Restaurants ist den ganzen Tag über geöffnet. Hier kann auf Sofas und an Kaffeetischen bei einem Tee, Kaffee oder einem kühlen Bintang geplaudert werden oder man schaut einfach den vorbei schwimmenden kleinen Schwarzspitzenriffhaien zu.

Villen des Kusu Island Resorts mit Treppen zum Meer.Villen des Kusu Island Resorts. Blick vom Meer.Ocean Villas des Kusu Island ResortAußenansicht einer Villa des Kusu Island ResortsRestaurant des Kusu Island Resorts und Villen am Strand.Inneneinrichtung einer Ocean Villa mit Möbeln aus Treibholz.Innenansicht einer Ocean Villa des Kusu Island ResortsWaschtisch im Bad einer Ocean Villa.Ocean Villa. Blick ins Bad.Die verglaste Frontseite des Restaurants kann bei Bedarf geöffnet werden.Restaurant des Kusu Island Resorts mit Blick aufs Meer.

Tauchen im Kusu Island Resort

Kusu Island ist von einem intakten Saumriff umgeben und befindet sich in einer marinen Schutzzone, in der kommerzielles Fischen verboten ist. Auf den Bildern und Videosequenzen, die ich bisher einsehen konnte, macht das Riff einen sehr gesunden und artenreichen Eindruck. Korallenliebhaber werden hier bestimmt auf ihre Kosten kommen. 

Muck-Tauchplätze sind ebenfalls im Angebot und die üblichen Verdächtigen wie Zwergseepferdchen (verschiedene Arten), Geisterpfeifenfische und viele Arten von Nacktkiemenschnecken sind natürlich auch im Angebot.

Dort, wo Strömung ist, kann immer mit Hai-Begegnungen (vorwiegend Schwarzspitzenriffhaie) , Thunfischen und sogar Delfinen gerechnet werden. Sogar Wale schwimmen während der jährlichen Migration durch diese Meeresstraße.

Viele Tauchplätze warten vor Halmahera aber auch noch auf ihre Entdeckung. Derzeit sind immerhin 40 Tauchplätze in der Tauchkarte des Resorts verzeichnet. Die meisten von ihnen können in weniger als 15 Minuten mit einem der zwei Tauchboote des Resorts erreicht werden.

Die Tauchbasis

Die Tauchbasis des Resorts liegt am Ende des Anlegestegs und ist damit das Eintrittstor zum abwechslungsreichen Hausriff. Hier befindet sich auch ein Kameraraum, Räumlichkeiten zum Lagern der eigenen Ausrüstung, mehrere Süßwasserbecken zum Wässern der Ausrüstung, Toiletten und (kalte) Duschen.

Ein begrenztes Angebot an Leihausrüstungen ist ebenfalls vorhanden. Ich empfehle allerdings die Mitnahme des eigenen Geräts bzw. die rechtzeitige Reservierung der Leihausrüstung bei der Buchungsanfrage.

Tauchboot des Kusu Island ResortsAuf dem Tauchboot des Kusu Island ResortsNach dem Tauchgang auf der Jetty

Sonstige Aktivitäten in Halmahera

Das Resort organisiert auf Wunsch Schmetterlings- oder Vogelbeobachtungstouren im Dschungel von Bacan. Auch Dorfbesuche oder Besuche lokaler Märkte, etwa in Labuha können durchgeführt werden.

Preise

Bei den Preisen wird deutlich, auf welche Kundschaft es die Resorteigner abgesehen haben. Bis zum 30.06.2022 gibt es eine Soft Opening Preisliste, die aber auch nicht ohne ist. Je nach Dauer des Aufenthalts zahlt man zwischen € 170 und € 156 pro Person im Doppelzimmer mit Vollpension. 

Hinzu kommen dann noch die Tauchgänge, die ebenfalls nicht billig sind. Es lohnt sich auf jeden Fall, eines der angebotenen Tauchpakete zu buchen. 

Wie kommt man nach Halmahera?

Einige der möglichen Anreisemöglichkeiten habe ich bereits oben in der Karte eingetragen.
Es wird empfohlen über Manado (mit Singapore Airlines und Scoot) nach Indonesien einzureisen. Nach einer Übernachtung kann man dann am nächsten Tag über Ternate nach Labuha weiter fliegen. 

Vom Flughafen Labuha erfolgt dann der Transfer zur Insel Kusu. Geplant sind feste Anreisetage, wenn sich die Flugpläne nach der Corona-Pandemie wieder normalisiert haben. Der Transfer kostet pro Richtung weitere € 45 pro Person.

Reist man nach Indonesien über Jakarta ein, kann man auch von dort direkt weiter nach Ternate und dann nach einer Übernachtung in Ternate weiter nach Labuha fliegen.

Nach der Normalisierung der Flugpläne wird es auch wieder möglich sein, von Ambon aus nach Ternate zu fliegen.

Kusu Island dürfte sich daher auch gut mit einem Tauchurlaub in Manado oder Lembeh kombinieren lassen. Auch eine Kombination mit einem Tauchaufenthalt in Raja Ampat ist vorstellbar. Von Sorong aus ist Ternate über Ambon oder Manado unter normalen Bedingungen gut erreichbar.

Ist man mit einem Tauchschiff unterwegs kann man sich je nach Route auch einen Anschlussaufenthalt im Kusu Island Resort vorstellen. So fährt beispielsweise die MV Sunshine der Blue Bay Divers seit der Aufhebung des Tauchverbots für Süd-Halmahera regelmäßig nach Halmahera. 

Auch nach oder vor einer Bandasee-Durchquerung, die in Ambon endet oder beginnt, lässt sich ein Aufenthalt im Kusu Island Resort mit nur zwei kurzen Inlandsflügen organisieren. 

Abenteuerliche Anreise als Alternative

Wer Lust und Interesse hat mehr von Halmahera zu erfahren und keine Probleme damit hat, in landestypische Unterkünften zu übernachten, kann sich mit der Anreise noch mehr Zeit lassen. 

Ternate bietet mit dem Sultanspalast, Vulkansee und einem portugiesischen Fort mehr als genug Programmpunkte für ein oder zwei Tage.

Von Ternate ist man in 45 Minuten mit dem Taxiboot in Halmahera. Von dort kann man dann einen Abstecher in den Aketajawe Lolobata Nationalpark machen und mit etwas Glück einige der endemischen Vogelarten von Halmahera beobachten. Eine der Kernaufgaben dieses Nationalparks ist es, das Überleben von 23 endemisch auftretenden Vogelarten zu gewährleisten (Biodiversitäts-Hotspot). Übernachten kann man in einem einfachen Gästehaus der Nationalparkverwaltung.

Am letzten Tag der Anreise folgt man der Westküste Halmaheras bis man gegenüber dem Kusu Island Resort angekommen ist. Der Transfer zum Resort erfolgt dann mit Boot des Resorts.



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