Borneo ist die drittgrößte Insel der Welt. Der Norden der Insel gehört mit den Staaten Sarawak und Sabah zu Malaysia, während der südliche Teil, Kalimantan, zu Indonesien gehört. Touristisch ist Kalimantan wenig erschlossen. Zum Bereisen des Landes benötigt man sehr viel Zeit. Die Distanzen sind enorm und der Verkehr erfolgt fast ausschließlich über die großen Flüsse des Landes. Die abgelegenen Gebiete werden zwar auch von kleinen Missionsflugzeugen angeflogen - man muß aber schon Glück haben, um in der Hauptreisezeit einen Platz zu ergattern.
Eine mehrtägige Flußfahrt auf dem Mahakam oder ein Besuch des Tanjung Puting Nationalparks im Süden lohnt sich auf jeden Fall und lässt sich auch mit einem begrenzten Zeitbudget bewerkstelligen.

Borneo besitzt wegen der vielen ins Meer mündenden Flüsse nur wenige Korallenriffe im Norden und an der Nordostküste. Dort liegen auch die wenigen indonesischen Tauchbasen auf den Inseln Derawan, Maratua und deren Nachbarinseln.

Tauchen in Derawan


Derawan kann relativ einfach von Balikpapan aus erreicht werden. Man fliegt entweder nach Tanjung Redep mit wenig Gepäck oder aber nach Tarakan ohne Gewichtsbeschränkung und wird dann von den Schnellbooten der Tauchbasis abgeholt. Die Bootsfahrt dauert von Tarakan weitere 2 bis 3 Stunden. Die Unterbringung erfolgt in z. T. klimatisierten Bungalows. Die Tauchbasis ist gut ausgestattet und mit Hilfe der sehr schnellen 170 PS-Boote sind auch weiter entfernte Tauchplätze schnell erreichbar.
Kleine Schildkröten auf Derawan
Die Tauchplätze vor Derawan haben einen durchschnittlichen Korallenbewuchs. Z. T. waren auch Schäden durch Dynamitfischerei erkennbar. 10 und mehr Schildkröten pro Tauchgang sind vor Derawan fast normal. Nachts kann man Schildköten gleich neben dem Resort bei der Eiablage beobachten und wenn man Glück hat, sogar kleine Schildköten beim Schlüpfen beobachten.
Weißspitzen- und Schwarzspitzenhaie, Graue Riffhaie und vereinzelt auch Makohaie können am Blue Trigger Point beobachtet werden.
Gegen einen Aufpreis kann auch vor den Nachbarinseln Sangalaki und Kakaban getaucht werden. Sangalaki ist die Insel der Mantas und Schildkröten. Man kann sie schon vom Boot aus an der Wasseroberfäche sehen und erst recht bei den Tauchgängen im relativ flachen Wasser vor der Insel. Auch Schildkröten sind extrem häufig. Auf Sangalaki legen in der Hauptbrutsaison manchmal bis zu 100 Schildkröten pro Nacht ihre Eier in den warmen Sand der relativ kleinen Insel.

Nur wenige Bootsminuten von Sangalaki entfernt liegt das felsige Eiland Kakaban. Kakaban bietet im Gegensatz zu Sangalaki schroffe Felswände, die sich auch unter Wasser bis in große Tiefe fortsetzen. Ein idealer Ort, um Großfische zu treffen. Haie, Mantas und Barrakudas sind hier bei fast jedem Tauchgang anzutreffen. Im Inneren der Insel befindet sich ein Salzwassersee, in dem es vor Quallen nur so wimmelt. Es ist ein interessantes Erlebnis, in diesem See zu schnorcheln.

Das Derawan Dive Resort hat eine eigene Homepage. Dort können aktuelle Informationen, Preise und Termine abgerufen werden.
Derawan Dive Resort

Tauchen auf Maratua


Nach Maratua in Indonesien kommt man auf dem selben Weg wie nach Derawan. Nach der Ankunft in Berau (Tanjung Redep) erfolgt der ca. vierstündige Bootstransfer nach Nabucco Island in der großen Lagune von Pulau Maratua. Maratua selbst ist ein mehrere Kilometer langes Atoll, dessen nördlicher Rand steil aus dem Wasser ragt und besiedelt ist. Die südliche Hälfte liegt unter der Wasserspiegel. An der Riffkante fällt der Meeresboden steil auf bis zu 2000 m ab. Die westlichen Nachbarinseln Kakaban und Sangalaki, können nach etwa ein- bzw. anderthalbstündiger Fahrt erreicht werden.

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Das Nabucco Island Resort


Extradivers haben auf Nabucco Island ein exklusives Resort errichtet. Ganz offensichtlich versucht man, sich an Malediven-Standards zu orientieren. Auf der nur 20 000 m² großen Insel befinden sich acht geräumige und komfortable Doppelbungalows in landesüblicher Bauweise - die meisten mit Blick auf das Meer. Ökologische Standards wurden vorbildlich beachtet: Es gibt eine umweltverträgliche Abwasserentsorgung - im Gegensatz zu Derawan, wo das Grundwasser mittlerweile so belastet ist, dass es für den menschlichen Verzehr eigentlich nicht mehr geeignet ist - und Trinkwasser wird über eine spezielle Aufbereitungsanlage aus Regenwasser gewonnen.
Strand des Nabucco Island Resorts
Man kann Nabucco nur mit Halbension buchen. Angeboten werden ein üppiges Frühstück und ein fünfgängiges Abendessen. Mittagessen und sämtliche Getränke (auch Trinkwasser, Tee und Kaffee) müssen zusätzlich im Restaurant gekauft werden. Auch bei den Preisen für diese Extras orientiert man sich an Malediven-Standards. Man muss also für den ohnehin nicht billigen Tauchurlaub auf Nabucco Island noch weitere, nicht unerhebliche Kosten für Verpflegung und vor allem Getränke mit einkalkulieren! Warum man nicht einfach einen Gang des viel zu üppigen Abendessens weglässt und dafür ein einfaches Mittagessen anbietet ist uns ein Rätsel geblieben. Oder hängt es etwa mit der Möglichkeit zusammen, den Gästen auf diese Art und Weise noch ein paar Dollar mehr aus der Tasche zu ziehen?

Nabucco Island Resort

Das Tauchen vor Nabucco


Die Tauchbasis auf Nabucco Island ist modern ausgestattet, das Leihmaterial ist gepflegt und in sehr gutem Zustand. Die Basis verfügt über mehrere Speedboote, die die Tauchplätze vor Maratua in wenigen Minuten erreichen können. Kakaban und Sangalaki sind in einer bis anderthalb Stunden (je nach Wetterlage) erreichbar. Die einheimischen Tauchguides kennen die Tauchplätze sehr gut. Wir hatten allerdings Pech mit unserem Guide, der völlig unmotiviert war und eigentlich immer erst nach exakt einer Stunde aktiv wurde, um das Zeichen zum Auftauchen zu geben.

Tauchplätze vor Maratua

Tauchplätze vor Maratua


Auch bei unserem Besuch in Maratua stellten die Tauchgänge vor Kakaban und Sangalaki wieder echte Höhepunkte unseres Tauchtrips dar. Besonders vor Sangalaki hatten wir das Glück mit mehr als 20 garagentorgroßen Mantas zu schnorcheln. Da wir die Tauchplätze vor Kakaban und Sangalaki von unserem Aufenthalt in Derawan aber schon kannten waren wir natürlich besonders auf die Plätze vor Maratua gespannt.

Big Fish Country
Dieser Tauchplatz liegt nur 10 Bootsminuten von Nabucco Island am Eingang des größten Kanals, über den der größte Teil des Wasseraustauschs mit der Lagune und dem offenen Meer erfolgt. Der Kanal selbst ist leergefegt von den enormen Strömungen, die hier herrschen, und lediglich an den Rändern befindet sich schöner Korallenbewuchs. Der Tauchgang beginnt in der Regel an der Außenriffkante und folgt der immer stärker werdenden Strömung bis zum Kanaleingang. Dort wird in etwa 27 m Tiefe an der Riffkante in z.T. extremer Strömung eine Pause eingelegt, um die Schau zu bewundern, die sich hier abspielt. Regelmäßig patrouilieren hier große Graue Riffhaie sowie Weißspitzen und Schwarzspitzen Riffhaie. Bei einem Tauchgang sehen wir sogar einen großen ozeanischen Hammerhai an diesem Tauchplatz. Etwas weiter an der Riffkante entlang trifft man auf zwei große, fast stationäre Barrakuda-Schwärme. Man kommt bis auf Armlänge an die Tiere heran. Der Tauchgang folgt nun dem Kanal mit der Strömung ins Innere der Lagune, falls der Diveguide nicht vorher nach exakt 60 Minuten den Tauchgang abbricht.
Nabucco Island Resort
Die anderen Tauchplätze vor Maratua befinden sich ebenfalls an der Nordostseite des Atolls. Bei sämtlichen Tauchgängen sahen wir Schildkröten, zum Teil große Napoleons, Stachel- und Adlerrochen, verschiedene Riffhaie und vereinzelt auch Leopardenhaie. Meistens handelt es sich um steile Hänge mit vereinzelten Sandflächen, wo man mit Glück Stachelrochen oder Weißspitzen Riffhaie beobachten kann.
Der Korallenbewuchs und die Artenvielfalt bietet nichts Spektakuläres. Es gibt zweifellos in Indonesien Gebiete, die in dieser Hinsicht erheblich mehr zu bieten haben. Einige Tauchgänge waren schlichtweg langweilig, weil weder von den zu beobachtenden Fischen noch vom Korallenbewuchs her Neues und Interessantes zu beobachten war.

Mit Big Fish Country und den Tauchplätzen vor Sangalaki und Kakaban verfügt das Nabucco Island Resort über einige taucherische Highlights im Angebot. Der Rest ist allerdings nur Durchschnittskost. Wer ein komfortables Resort in Indonesien sucht, um sich zu erholen und dabei auch noch zu tauchen, und wer schon immer mal die Mantas vor Sangalaki sehen wollte, ist im Nabucco Island Resort gut aufgehoben.