Neuguinea, die zweitgrößte Insel der Welt, ist in zwei etwa gleich goße Hälften aufgeteilt. Während West-Neuguinea im Jahr 1963 nach dem Abzug der Holländer von Indonesien völkerrechtswidrig okkupiert wurde, entließ Australien 1975 die östliche Hälfte schlecht vorbereitet in die Unabhängigkeit.

Geografisch ist Neuguinea schwieriges Terrain. Ein bis 5000 m hohes Gebirge teilt die Insel in west-östlicher Richtung und tiefe Einschnitte stellen kaum zu überwindende Hindernisse dar. In dieser Umgebung hatten die einheimischen Papuas wenig Kontakt zu ihren Nachbarn. Man schätzt, dass es alleine in Papua Neuguinea bis zu 700 verschiedene Sprachen gibt. Wantoks ("One Talk"), also Angehörige einer gemeinsamen Sprache, halten eng zusammen. Mit den Fremden, die eine andere Sprache sprechen, kommuniziert man in Pidgin, eine aus dem Englischen abgeleitete Sprache, die aber auch malayische, polynesische und vereinzelte deutsche Wörter enthält.

Ja, die Deutschen waren tatsächlich einmal Kolonialherren im nördlichen Teil von Papua Neuguinea! Mehr schlecht als recht versuchten sich zwischen 1884 und 1814 einige hundert Deutsche im Bismarck Archipel und der Nordküste Neuguineas im Anbau von Kokospalmen, als Händler und Beamte der Kolonialverwaltung. Die Sterblichkeit war in den ersten Jahren erschreckend hoch. Die Grabsteine in Madang, Kavieng und anderen Orten an der Nordküste legen Zeugnis ab von diesem kurzen Intermezzo der Deutschen in der Südsee.

Eingeborene liefern Copra ab

Die Anreise aus Europa ist nicht ganz einfach. Tägliche Flugverbindungen gibt es nur ab Australien (Cairns, Brisbane), so dass für Europäer in erster Linie die Anreise über Australien und der Weiterflug nach Port Moresby, der Hauptstadt von Papua Neuguinea (PNG), in Frage kommt. Singapore Airlines fliegt Port Moresby zweimal in der Woche an und es gibt eine wöchentliche Flugverbindung von Manila und neuerdings auch von Kuala Lumpur nach Port Moresby. Es führt aber kein Weg an der Tatsache vorbei, dass man sowohl für die An- als auch die Abreise jeweils 3 Tage einkalkulieren muss.

Wen diese Schwierigkeiten nicht abschrecken, kann in Papua Neuguinea sowohl über als auch unter Wasser Aufregendes erleben.

Karte: Papua Neuguinea - klein

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Tauchziele in Papua Neuguinea


Die Wahl der Tauchziele ist auch in Papua Neuguinea abhängig von den Monsunwinden. Im europäischen Sommer bieten sich die Nordküste und die Inseln des Bismarck Archipels, die vor dem Süd-Ost-Monsun einigermaßen geschützt sind, zum Tauchen an. In der Zwischen-Monsunzeit im April und November und während des Nord-West-Monsuns kann man im Osten in der Milne Bay und im Süden vor Port Moresby tauchen. Es gibt allerdings auch regionale Abweichungen von dieser Regel. Regenzeit ist von Dezember bis Mai, die Tockenzeit beginnt im Mai und endet im Oktober.

Federsterne auf Korallen, Kavieng


Bei unserem Aufenthalt im Sommer 2004 hatten wir uns daher nur Tauchziele im Norden der Insel ausgesucht. Optimal war das Wetter allerdings während dieser Zeit auch nicht. Wir hatten mit teilweise heftigem Wind, Regenschauern und entsprechend unruhiger See zu kämpfen, so dass nicht alle interessanten Tauchplätze angefahren werden konnten. Die Sicht war entsprechend: Sie lag meistens bei 20 m, an einigen Tauchplätzen war sie sogar noch schlechter. Die 40 m-Sicht, von der fast alle Tauchführer über Papua Neuguinea schwärmen, fanden wir nirgendwo.

Die Artenvielfalt unter Wasser ist - mit regionalen Unterschieden - sehr hoch. Auch die Chance, die großen Räuber im Wasser anzutreffen, ist in Papua Neuguinea sicher größer als anderswo. Trotzdem bleibt festzuhalten: Wir haben während unseres fünfwöchigen Aufenthaltes in PNG nichts gesehen, was wir nicht vorher schon in den Hot-Spots der Artenvielfalt in Indonesien (Manado, Komodo, Alor, Raja Ampat) gesehen hätten.

Neu Irland (Kavieng)


Unser erstes Ziel in PNG war Kavieng, an der Nordspitze von Neu Irland. Kavieng hat den Ruf, das Zentrum für Großfische in PNG zu sein. Hier werden zwischen der Bismarck See im Süden und dem Pazifik im Norden ungeheure Wassermassen durch viele Kanäle zwischen den Inseln transportiert. Besonders an den Kanaleingängen patrollieren Graue Riffhaie, Silberspitzen Haie, Barrakudas und Thunfische in größerer Anzahl.

Grauer Riffhai, Kavieng


Rod Pearce, Tauchpionier und Skipper der Barbarian II, nahm uns am Flughafen in Kavieng in Empfang und stellte uns sein Schiff vor. Das ging sehr schnell, denn die Barbarian ist ein Tauchboot ohne viel Schnickschnack. Rod kann in drei klimatisierten Kajüten maximal 6 Gäste unterbringen und ist Skipper, Tauchguide, Koch und unerschöpflicher Geschichtenerzähler in einer Person. Ein Sonnendeck gibt es nicht - man ist ja zum Tauchen auf der Barbarian. Rod ist auf Weltkrieg II-Wracks spezialisiert, einige hat er selbst entdeckt, und er taucht auch schon einmal tiefer als üblich, wenn es darum geht, rostiges Eisen auf dem Meeresgrund zu suchen.

Rod Pearce mit Mördermuscher, Kavieng


Wegen der schlechten Wetter- und Sichtverhältnisse schipperten wir während unseres Aufenthaltes auf der Barbarian II vor allem die Riffe um Kavieng und in Richtung der Nachbarinsel New Hannover ab. Wir begegneten fast auf allen Tauchgängen großen Grauen Riffhaien, sahen Adlerrochen und große Makrelen- und Thunfischschwärme. Obwohl wir drei Versuche unternahmen, an Valerie´s Reef vor New Hannover die berühmten Silberspitzen Haie zu sehen, tauchten die Tiere nicht auf. Wie uns später bestätigt wurde, ist diese große Familie von Silberspitzen Haien wohl der Gier der Chinesen nach Haifischflossensuppe zum Opfer gefallen.

Mehrere Schiffs- und Flugzeugwracks können in der Umgebung von Kavieng betaucht werden. Dazu gehört das Wrack der "Der Yang" auf einem Riff im Norden von Kavieng. Das Koreanische Fischerboot wurde in den 90iger Jahren auf dem Riff versenkt, rutschte dann aber während eines Sturmes vom Riff herunter und liegt nun in einer Tiefe von bis zu 45m im Sand. Flugzeugwracks aus dem 2. Weltkrieg liegen ebenfalls in großer Anzahl in der näheren Umgebung von Kavieng: Eine PBY Catalina (Wasserflugzeug) liegt nur ein paar Minuten vom Hafen entfernt, eine noch ziemlich intakte B 25 Stubborn Hellion befindet sich in der Albatross Passage in 11m Tiefe und ein japanischer, dreisitziger Torpedo Bomber ist in ebenfalls 11 m Tiefe nicht weit von der Nusa Insel zu betauchen. Leider ist die Sicht an diesen Tauchplätzen nie sehr gut. Hier ist es wichtig, mit gut austarierten Buddies unter Wasser zu sein.

Japanischer Torpedo Bomber, Kavieng
Japanischer Torpedo Bomber

Lissenung Island Resort


Das Lissenung Island Resort liegt auf einer winzigen Insel nur 20 Minuten mit dem Speedboot von Kavieng entfernt. Wir kamen bei strömendem Regen mit der Barbarian an und wurden auf dem kurzen Weg zu unserer Hütte von einer munteren Schar Moskitos begrüßt, die sich auf unsere bis dahin makellosen Arme und Beine stürzten. Nachdem sich das Wetter wieder beruhigt hatte, ließ die Moskitoplage glücklicherweise wieder nach. Trotzdem sollte man spätestens hier in Lissenung mit der Malaria-Prophylaxe beginnen.

Das Inselchen Lissenung ist so klein, dass man in knapp 20 Minuten einmal rund um die Insel laufen kann. Früher war hier einmal die Ferienresidenz des Bischofs von Kavieng, doch heute bietet der Österreicher Dietmar einfache Unterkünfte für Taucher an. Es gibt einige Doppelbungalows, allerdings ist nur einer mit eigenen Duschen und WC ausgestattet. Die Bewohner der anderen Bungalows müssen zum Duschen und Toilettenbesuch über die Insel laufen. Das Resort hat ein eigenes Restaurant im Sand und eine gut sortierte Tauchbasis mit einer ebenso gut gepflegten Ausstattung. Zwei Tauchboote mit 150 bzw. 75 PS bringen die Taucher schnell zu den Tauchplätzen in der näheren Umgebung des Resorts.

Lissenung Island Strand


Lissenungs dürftiges Hausriff in 2 bis 5m Tiefe mit ein paar Korallenblöcken eignet sich leider nur als Beschäftigungstherapie für gelangweilte Taucher. Die Biodiversität ist dürftig mit ein paar Grundeln und Garnelen und den üblichen Korallenfischchen. Die eigentlich interessanten Tauchplätze sind alle nur mit dem Speedboot zu erreichen. Auch hier mussten wir uns wegen der insgesamt nicht sonderlich guten Wetterbedingungen auf einige Tauchplätze beschränken.

Ein echtes "Hailight" ist sicherlich der Tauchplatz Albatross Passage am Rand der Bismarcksee. Hier beginnt ein Kanal, der Bismarcksee und Pazifik verbindet und bei einströmender Flut Spitzentauchgänge garantiert. Vor einer mit vielen schwarzen Korallen und Weichkorallen bewachsenen Wand patroulieren Thunfische, große Makrelen, Barrakudas, Napoleons, viele Graue Riffhaie und etwas weiter draußen sind Silberspitzen Haie zu finden. In verschiedenen Gorgonien an der Wand kann man nach geduldigem Suchen Zwerg-Seepferdchen finden (u. a. auch H. denise) und überall findet man relativ kleine Langnasen-Büschelbarsche im Geäst der schwarzen Korallen. An diesem Tauchplatz wird Lissenung seinem Ruf als Tauchressort mit Großfisch-Garantie tatsächlich gerecht.

Kraue Riffhaie, Lissenung


Bei ziemlich hohen Wassertemperaturen (29°C) entdeckten wir relativ viele gebleichte Korallen. Überhaupt ist der Anteil der durch Korallenbleiche abgestorbener Steinkorallenarten in dieser Gegend ziemlich hoch. Wir fanden sehr viele tote Korallen aus den vergangenen Jahren, aber auch an vielen Stellen Tiere mit frischen Bleichspuren. Für PNG-Verhältnisse ist die Artenvielfalt in Kavieng eher gering. Sowohl in Madang als auch weiter im Osten, in Tufi, fanden wir eine erheblich höhere Biodiversität vor als an den Tauchplätzen um Lissenung.

Empfehlenswerte Tauchplätze:

Albatross Passage, The Maitrix, Dannies Bommie, Echuca Patch mit dem Wrack der Der Yang, B25-Bomber in der Albatross Passage.

Madang


Madang, das ehemalige Friedrich-Wilhelmshafen, war unser nächstes Ziel. Leider war auch dieses Ziel nur mit Zwischenstop in Port Moresby erreichbar. Es gibt allzu häufig in PNG eben keine Direktverbindung zu den verschiedenen Reisezielen, sondern man muss sich darauf einstellen, immer wieder mal in die Hauptstadt fliegen zu müssen, dort einige Stunden im Flughafen zu verbringen, um dann hoffentlich am Ziel seiner Wünsche anzukommen. Auch das ist nicht immer garantiert!


Nun, wir kamen relativ pünktlich an und wurden im Jais Aben Resort nördlich von Madang in einem komfortablen Doppelbungalow mit Klimaanlage unter gebracht. Der pure Luxus im Vergleich zum eher bescheidenen Lissenung Dive Resort!
Die Bungalows liegen in Wassernähe und sind eigentlich nur an Wochenenden ausgebucht, wenn viele Expats aus der Umgebung ein Wochenende am Meer verbringen wollen.


Madang hat den Ruf, eine der schönsten Städte PNGs zu sein. Nun, darüber lässt sich streiten. Immerhin gibt es hier einige von hohen Bäumen flankierte Straßenzüge, ein paar Teiche mit Warnhinweisen vor Krokodilen (seit Jahrzehnten ausgerottet) und ein alter, verwüsteter Friedhof mit umgestürzten Grabsteinen aus der deutschen Kolonialzeit in der Nähe des sehenswerten Marktes. In der näheren Umgebung sind mehrere Wracks aus dem 2. Weltkrieg zu besichtigen.

Taucherisch bietet Madang einen interessanten Mix aus hoher Biodiversität und Großfischbegegnungen. Die meisten Tauchgänge finden an den Kanalöffnungen und Außenriffs zur Lagune statt. Hier trifft man auf große Makrelen- und Barrakudaschwärme. Schildkröten sind relativ häufig und an der Rasch Passage kann man mit Glück einem riesigen Zackenbarsch begegnen, der sich Tauchern neugierig nähert.

Die Wassertemperaturen lagen mit 25-26°C deutlich unter den hohen Temperaturen, die wir Kavieng angetroffen hatten. Entsprechend fanden wir auch weniger ausgebleichte Korallen als in der Bismarcksee. Auch die Biodiversität war deutlich höher als vor Neu Irland. Wir fanden bei einer ganzen Anzahl von Tauchgängen Schaukelfische, Geisterpfeifenfische und interessante Nacktkiemenschnecken. Die hier auch vorkommenden Rhinopias fanden wir leider nicht. Nur wenige Meter von der Tauchbasis entfernt kann man in der Dämmerung im flachen Wasser der Lagune Mandarinfische beim Liebesspiel beobachten.

Schildkröte auf Riff, Madang


Bester Tauchplatz ist zweifellos Planet Rock, ein exponierter Unterwasserkamm, der nach etwa 30minütiger Fahrt mit dem Tauchboot erreicht werden kann. Hier muss man mit starken Strömungen im Bereich des in ca. 5 m Tiefe befindlichen Riffdachs rechnen. An den zur Strömung exponierten Seiten stehen im sehr klaren Wasser Barrakudaschwärme und die üblichen Riffhaie patrollieren vorbei. In knapp 40m Tiefe begegneten wir an diesem Tauchplatz einem gut 3m großen ozeanischen Hammerhai, der neugierig näher kam und dann schnell in der Tiefe verschwand.

Aquaventures, die Tauchbasis des Jais Aben Resort, machte einen aufgeräumten und gut organisierten Eindruck. Die japanische Tachbegleiterin war hoch motiviert und kannte die verschiedenen Tauchplätze sehr gut. Etwas gemächlicher ging es bei Tauchgängen mit den lokalen Guides zu. Hier war man eher auf sich gestellt und bekam unter Wasser wenig gezeigt.

Tufi


Letztes Ziel unseres 4-wöchigen Aufenthaltes auf Neu Guinea war Tufi, ein kleines Dorf nordöstlich von Port Moresby. Während des 2. Weltkrieges war Tufi eine Torpedoboot-Basis der Amerikaner, die hier ihre PT´s auftankten, beluden und reparierten. Zwei dieser Boote liegen in gut 40m vor der Hafenmole auf Grund.


Das Tufi Dive Resort liegt malerisch auf einem Felsplateau und man hat bei klarem Wetter einen fantastischen Blick auf eine tolle Fjordlandschaft und drei Vulkane im Hintergrund. Im Osten kann man bei gutem Wetter die Goodenough Insel aus dem Ozean ragen sehen. Das Resort ist sowohl von der Lage als auch vom Komfort her das beste, was wir in PNG geboten bekamen.
Die Bungalows sind geräumig, geschmackvoll eingerichtet und verfügen über große Holzterrassen mit einem spektakulären Ausblick. Auch die Verpflegung ließ keine Wünsche offen.

Blick von der Veranda auf den Fjord, Tufi

Einziger Nachteil von Tufi: Die Basis ist leider nur mit dem Flugzeug erreichbar. Gäste sind auf die chronisch unzuverlässige Airlines PNG ("Maybe Airline") angewiesen und die lassen auch schon mal Gäste in Port Moresby oder Tufi sitzen und holen sie erst später ab. Wir verbrachten beispielsweise einen ganzen Tag in Port Moresby auf dem Flughafen, bis man uns schließlich abends mitteilte, dass der Flug gestrichen worden sei. Ich kann nur davon abraten, Tufi an das Ende eines PNG-Urlaubs zu legen. Wer nach Tufi noch seine Langstreckenflüge kriegen muss, kann unter Umständen in Schwierigkeiten geraten.


Tufi ist im europäischen Sommer ziemlich stark dem Südost-Monsun ausgesetzt. Entsprechend schwierig ist es in dieser Zeit, die etwas exponierteren Riffe zu betauchen. Wir hatten aber endlich einmal Glück und der Wind ließ tatsächlich während unseres Aufenthaltes etwas nach. Trotzdem waren die Überfahrten zu den Tauchplätzen im soliden und gut motorisierten Tauchboot der Basis schon eine heftige Angelegenheit. Wir wurden an den verschiedenen Tauchplätzen aber mit einer erstaunlich guten Sicht (30m+) und schönen Korallen belohnt. Die berühmten weißen Hammerhaie von Tufi (eine hellgraue Variante) ließ sich allerdings bei unseren Tauchgängen nicht blicken.
Bambushai, Tufi

Empfehlenswert sind auch die Nachttauchgänge direkt unterhalb der Mole. Zwischen Schrott aus dem 2. Weltkrieg findet man eine Vielzahl seltener Unterwasserlebewesen: Mandarinfische, Geisterpfeifenfische, Bobtail Squids und vieles mehr kamen mir vor die Linse.

Nordwestlich von Tufi liegt das spektakuläre Wrack der S`Jacob aus dem 2. Weltkrieg. Es ist 100m lang und liegt in 55m Tiefe auf dem Meeresboden. Das Oberdeck befindet sich in 35m Tiefe, so dass man einen schönen Tauchgang durchführen kann, ohne tiefer als 40m abtauchen zu müssen. Bei guten Wetterbedingungen wird es vom Tufi-Resort angefahren.

Als einziges der besuchten Resorts bemüht sich Tufi, die benachbarten Dörfer mit einzubeziehen und vom Tourismus profitieren zu lassen. Angeboten werden Besuche mit kulturellen Vorführungen in der Nachbarschaft und Entdeckungsfahrten im Fjord mit Dschungelwanderungen und Vogelbeobachtungen. Tufi ist eine der wenigen noch verbliebenen Regionen in PNG, wo noch Tapas - bemalte Stoffe aus Baumrinde - hergestellt werden. Diese Touren sind eine willkommene und interessante Abwechslung zum täglichen Tauchen.
Trommler, Tufi
Einige Dörfer in der Umgebung haben mittlerweile einfache Unterkünfte für Touristen gebaut, in denen man - vom Dorf verpflegt - am täglichen Leben der Dorfgemeinschaft teilhaben kann. Ein nachahmenswertes Konzept, das uns gut gefallen hat.

Reisen in Papua Neuguinea


PNG wurde 2004 von etwa 20 000 Touristen besucht, das viel kleinere Fidji besuchten im selben Jahr 430 000 Gäste. Entsprechend dürftig ist die touristische Infrastruktur des Landes. Die wenigen Resorts und Hotels bieten in aller Regel nur Mittelmaß und sind das Geld nicht wert, das sie kosten. Wer wie viele Mitteleuropäer nur ein begrenztes Zeitbudget hat um PNG zu besuchen, ist zwangsläufig auf die Angebote der wenigen Reiseanbieter angewiesen, die alle im oberen Preissegment zu finden sind.
Andererseits kann man ausgestattet mit einer Portion Abenteuerlust und viel Zeit auch in PNG kostengünstig leben, wenn man bei Touren im Land als Gast in den Dörfern unterwegs übernachtet. Für einige Kina kann man in den Dörfern übernachten. Allerdings sollte man, wenn man einen solchen Trip macht, über ausreichende Kenntnisse in Pidgin verfügen, um sich unterwegs verständlich zu machen.

Tänzer im Hochland, Papua Neuguinea

Das größte Problem, mit dem PNG im Augenblick zu kämpfen hat und mit dem man auf Reisen in diesem Land immer wieder konfrontiert wird, ist die fehlende Sicherheit. Die Situation ist regional unterschiedlich, aber trotzdem ist PNG voll von grauenhaften Geschichten über Überfälle, Mord und Vergewaltigung auch an Weißen, die das Land besuchen oder im Land selbst arbeiten.
Die Region um Port Moresby, Teile des Hochlandes und Lae sind beispielsweise Gebiete in denen man sich nachts nicht im Freien bewegen sollte. Im Hochland werden regelmäßig Fahrzeuge durch sogenannte "Rascals" gestoppt und die Insassen bis auf die Unterwäsche ausgeraubt. Wenn man mit dem Leben davon kommt, kann man froh sein.
Auf der anderen Seite ist es in vielen Gebieten sehr sicher. Die Milne Provinz im Südosten, Goroka im zentralen Hochland aber auch Madang gelten als relativ ruhige Regionen.