This page in English

Tauchen in Sulawesi

Aktuelles im BodeBlog

Allgemeine Informationen

Das Tauchen

Tauchen vor Makassar
(Ujung Pandang)

Die Tauchbasen bei Manado

Tauchen im Lembeh- und Sangihe-Archipel

Tauchen in Gorontalo

Tauchen in Donggala

Tauchen auf den Togian Inseln

Luwuk und die Banggai Inseln

Tauchen in Bira

Tauchen in Wakatobi

Mit der Ciska zu den südlichen Inseln

Mit der Ciska zu den östlichen Atollen

Mit der Ciska in den tiefen Süden

Tauchsafari zu den vergessenen Inseln Indonesiens 2013

Tauchsafari nach Misool und zur Triton Bay 2014

Raja Ampat Nord Tauchsafari 2015

Zum Blog ->

Indonesienkarte

Tauchsafaris in Indonesien

Tauchen in Sumatra

Tauchen in Bali

Tauchen in Alor

Tauchen in Kalimantan

Tauchen auf den Molukken

Tauchen in Flores

Tauchen in West Papua

Buchtipps

Zurück zur Startseite


Allgemeine Informationen


Tauchen in
                  Manado Tauchen in Donggala Tauchen in Bira Tauchen
                  in Derawan Tauchen im Sangihe-Archipel Wakatobi Luwuk und
                  Banggai Inseln Togian
                  Inseln Ciska Tauchen
                  auf Nabucco Island
Mit der Ausnahme einiger schmaler Ebenen in Küstennähe besteht die Insel Sulawesi in Indonesien aus bis zu 3500 m hohen Gebirgszügen, die noch immer zum großen Teil von tropischem Dschungel bedeckt sind. Sulawesi bietet dem Besucher faszinierende Landschaften: Von rauchenden Vulkanen im Norden über spektakuläre Gebirge und Seen im Innern bis zu wunderschönen Stränden, denn das Meer ist selten mehr als 40 km weit weg. Auch die Tier und Pflanzenwelt ist einmalig: Seit der letzten Eiszeit sowohl von der asiatischen als auch der australischen Landmasse getrennt hat sich hier eine Tier- und Pflanzenwelt entwickelt, die man nirgendwo sonst auf der Welt findet. 90% der auf Sulawesi vorkommenden Säugetiere sind endemisch, kommen also nur hier vor, darunter so seltsame Tiere wie der Hirscheber, der - wie der Name schon sagt - wie eine Kreuzung zwischen Reh und Schwein aussieht, 3 Zwergbüffelarten und der kleinste Affe der Welt, Tarsius spectrum.

Grausiger Fund in einer
                  Python (Zentralsulawesi), 1991
Der größte Teil der Bevölkerung konzentriert sich auf den nördlichen und südlichen Halbinseln, während das Innere und der Südosten nur sehr spärlich besiedelt sind. In den Küstengebieten siedeln Malaien, im zentralen Teil findet man die Torajas, die sich durch aufwendige Bestattungsriten auszeichnen und in ganz abgelegenen Gebieten findet man auch heute noch Stämme, die vom Brandrodungsfeldbau leben und mit dem Blasrohr jagen. Koboldmaki (Tarsius Spectrum)

Das Tauchen

Eines der besten indonesischen Tauchreviere liegt zweifellos vor Manado an der Nordküste Sulawesis. Manado ist von Jakarta oder Singapur aus mit dem Flugzeug in etwa 4 h zu erreichen. An den steilen Korallenwänden der vorgelagerten Inseln findet man tolle Tauchmöglichkeiten. Die Sicht ist sehr gut (25 bis 30 m), die Unterwasserwelt extrem artenreich, und das Wasser hat das ganze Jahr über eine angenehme Temperatur von 28 C. Die Riffe wurden erst vor 30 Jahren systematisch erforscht und sind von wenigen Ausnahmen abgesehen unbeschädigt. Das ganze Gebiet mit den Inseln Bunaken, Manado Tua, Siladen, Montehage und Nain wurde zum Nationalpark erklärt, was zwar in Indonesien nicht allzu viel bedeutet, aber immerhin hoffen läßt, daß uns dieses Spitzentauchrevier noch einige Zeit erhalten bleibt.

Seit Mitte 1998 kümmert sich die North Sulawesi Watersport Association (NSWA), ein Verband der meisten Tauchsport- Zentren der Region, verstärkt um den Schutz der Riffe. Es wird eine einmalige Eintrittgebühr für den Nationalpark in Höhe von 15 US$ erhoben (Stand 2008). Das Geld wird zur Bezahlung von Rangern zur Überwachung der Nationaparkbestimmungen und für verschiedene andere Projekte verwendet. Seitdem die Überwachung regelmäßig stattfindet, hat sich der Fischbestand merklich erholt.

Die Inselgruppe liegt in der Sulawesi See, die immerhin eine Tiefe von mehr als 6 km erreicht und selbst auf der etwa 45minütigen Fahrt vom Festland zu den Inseln hat man fast 1 1/2 km Wasser unter dem Kiel. Das Meer bietet hier noch viele Geheimnisse. Erst 1998 wurde vor Manado eine zweite, eigenständige Population der urzeitlichen Quastenflosser entdeckt und 2003 entdeckten die Guides von Froggies eine neue Art von Zwerg-Seepferdchen. Großfische sind auch keine Seltenheit: Haie, Barrakudaschwärme, Thunfische, Napoleonfische und Schildkröten kommen vor. Viel interessanter waren für uns aber die senkrechten über 40m hohen Korallenwände mit eine Vielzahl von marinen Lebensformen. Die Wände, die sich wie Ringe um die Inseln ziehen, sind mit Hart- und Weichkorallen bedeckt, zwischen denen eine Unzahl von tropischen Fischen zu beobachten sind.


Die Tauchbasen bei Manado

Seezigeuner in Sulawesi

1991, bei unserem ersten Besuch in Manado, gab es dort nur drei Tauchbasen. Mittlerweile (2008) bieten mehr als 30 verschiedene Basen ihre Dienste an - z.T. mit recht fragwürdigen Standards. Ich empfehle auf jeden Fall, sich das Equipement und die Qualifikation der Tauchlehrer und Tauchguides genau anzusehen. In vielen Tauchbasen findet praktisch keine Wartung der Geräte statt und einige Tauchanbieter sind sogar nebenbei in den illegalen aber profitablen Zierfischhandel verwickelt. Weitere Informationen bietet Peter auf seiner Nord-Sulawesi Homepage.


1991 war unsere Tauchbasis das Nusantara Diving Centre (NDC), die erste und älteste Basis in diesem Gebiet. Seit 2008 hat diese Basis den Betrieb eingestellt, nachdem sich negative Rückmeldungen von Tauchern gehäuft hatten.

Einen guten Ruf hat die Tauchbasis Murex, die westlich von Manado liegt aber den Nachteil recht langer Anfahrtswege zu den Tauchplätzen um Bunaken hat.

Von den neueren Basen war bis 2008 Froggies unsere Lieblingstauchbasis auf Bunaken. Unter der kompetenten Leitung von Christiane Muller bot die Padi-Basis kleine Tauchgruppen mit hochmotivierten und informierten Tauchguides. Für jeweils zwei Taucher stand immer ein Tauchguide zur Verfügung. Deshalb wurde die Basis auch gern von Unterwasserfotografen und -filmern aufgesucht.

Update (2010):

Mitte 2009 hat sich Christiane Muller aus gesundheitlichen Gründen aus dem Tauchgeschäft zurückgezogen und Froggies an die Nachbaranlage 'Bastianos' verkauft. Bastianos hatte leider nie einen allzu guten Ruf, so dass ich mit einer Verschlechterung von Service und Qualitätsstandards rechne. Erste Rückmeldungen von Froggies-Dauergästen (vergleiche den Kommentar im BodeBlog) deuten ebenfalls darauf hin.

Einen guten Ruf haben auch die Celebes Divers, die von italienischen Meeresbiologen geleitet werden.

Seit April 2002 hat ein neues Resort seine Pforten geöffnet: Living Colours an der Ostseite von Bunaken bieten hinter einem Mangrovenstrand recht komfortable, große Bungalows. Jaakko, ein Finne, hat sein Angebot eher auf jüngere und Anfängertaucher abgestimmt. Dafür sorgt neben einer mit neuestem Material ausgestatteten Tauchbasis auch die Safety Stop Bar am Strand. Im Gegensatz zu Froggies auf der anderen Seite von Bunaken ist man hier sehr stark von den Gezeiten abhängig. Wenn man Pech hat, ist abends Ebbe und man kann keine Nachttauchgänge machen.

Bei 26° - 30° C warmem Wasser ist ein 3 mm Tropentauchanzug empfehlenswert, zumal kalte Tiefenströmungen an einigen Tauchplätzen für deutliche Abkühlung sorgen. Wer auch noch nach Bali oder etwa nach Bira möchte, sollte sich auf alle Fälle etwas Wärmendes mitnehmen, denn dort können die Wassertemperaturen erheblich niedriger sein.
Im April 1999 und im August 2000 haben wir nur geringe Schäden an Korallen als Folge des El-Nino-Effekts feststellen können. Vereinzelte angebleichte Korallen können auch durch andere Ursachen geschädigt worden sein. Das Wasser soll zwar Mitte 1998 sehr warm geworden sein, aber die großen Meerestiefen rund um den Nationalpark und der Austausch mit kaltem Tiefenwasser haben eine Überhitzung des Meeres wie auf den Malediven offensichtlich verhindert.
Alle in den Jahren 1999, 2000, 2002, 2003, 2005,2006 und 2008 durchgeführten Tauchgänge waren überdurchschnittlich gut. Seitdem die Ranger der NSWA die Fangverbote konsequent überwachen, hat sich auch der Bestand an Großfischen merklich erholt. Dank der guten Froggies Tauchguides, die besonders auf das Entdecken der vielen kleinen und seltenen Meeresbewohner spezialisiert sind, wurde jeder Tauchgang ein Erlebnis. Unbedingt sollte man Nachttauchgänge machen. Sie gehören zum Besten, was Tauchen zu bieten hat.

Hence Pontoh, Tauchguide bei Froggies, hat 2003 eine neue Seepferdchenart am Froggies-Hausriff entdeckt. Sie wurde jetzt nach ihrem Entdecker Hippocampus pontohi getauft. Zur Story im BodeBlog -->



Tauchen in Donggala

Vor 23 Jahren entdeckten wir nach einer mehrwöchigen Fahrt mit öffentlichen Bussen und Bemos während unseres Urlaubs in Sulawesi in der Nähe von Palu in Zentral-Sulawesi das Prince John Dive Resort.

Im Reiseführer stand damals nur etwas von einem Deutschen, der in Palu ein Eiscafé betreiben würde. Dort trafen wir schließlich Peter Meroniak, der uns zuerst mal zum Tanjung Karang in der Nähe von Donggala mitnahm, wo er gerade dabei war ein kleines Resort aufzubauen. Wir schliefen damals für wenig Geld im Langhaus und da Peter schon einige Flaschen & Kompressor angeschafft hatte, war sogar tauchen am Hausriff möglich.
Im Lauf der Jahre ist das Resort immer weiter ausgebaut worden. Das Langhaus gibt es nicht mehr, dafür aber verschiedene Kategorien von Bungalows. Eine gut ausgestattete Tauchbasis kam hinzu und während wir in den ersten Jahren noch von den Frauen des Dorfes bekocht wurde, gibt es heute eine professionell ausgestattete Küche und ein Open-Air-Restaurant direkt am Wasser.

Heute wird das Prince John Dive Resort von Alexander Franz und seiner Freundin Anna Kirstein gemanagt, die das Resort von Peter gepachtet haben, der sich nun ganz seinem neuen Restaurant 'Maestro' in Palu und dem Kreieren neuer Eissorten widmen kann. Nach fast 15jähriger Abwesenheit waren wir gespannt darauf zu sehen, was sich im Prince John Dive Resort verändert hat.

Man kann aber auch über Jakarta (direkt) oder Balikpapan nach Palu fliegen. Die Zeiten, als nur wenige Flieger Palu anflogen sind ganz offensichtlich vorbei. Das zeigt sich schon bei der Ankunft im modernen, vor einem Jahr neu eröffneten Terminal des Flughafens. Palu schien uns ebenfalls riesig geworden zu sein. Heute leben hier an der Mündung des meistens fast ausgetrockneten Palu Flusses fast 350 000 Einwohner.

Auf der etwa einstündigen Fahrt zum Tanjung Karang kommt man an vielen Steinbrüchen vorbei. Von hier wird ganz Indonesien und sogar Singapur mit Sand und Kies beliefert. Die Steinbrüche hinterlassen tiefe Wunden in den Berghängen am Rand der Palu Bucht. Bei heftigen Regenfällen - die hier allerdings eher selten sind - rutschen die nicht mehr befestigen Hänge ab und können die Straße blockieren.
Nur wenige Kilometer hinter der kleinen Hafenstadt Donggala biegt man zum Tanjung Karang ab und erreicht das Prince John Dive Resort. Die 15 Bungalows reihen sich oberhalb des kleinen Sandstrandes entlang der Küste. Alle haben einen schönen Blick auf die Palu Bucht und liegen weit genug auseinander, so dass man vom Nachbarn nicht gestört wird. Man hat die Wahl zwischen drei Bungalow-Kategorien (Relax, Comfort, Deluxe), die sich in Hinblick auf Größe und Ausstattung unterscheiden. Alle Bungalows sind mit Moskitonetzen, Decken- oder Wandventilatoren und Badezimmer ausgestattet. Nur die Comfort & Deluxe Bungalows bieten für Gäste auch heißes Wasser an.  


Knapp oberhalb des Strandes liegt das Open-Air-Restaurant, Bar & Rezeption, Tauchbasis sowie Lounge und Bibliothek liegen am Rand des Strandbereiches, der gut mit beschatteten Liege- und Sitzflächen ausgestattet ist.
Abends trifft man sich an der Bar, tauscht die Erlebnisse des Tages aus und plant mit Alex oder Anna die (Tauch-)Aktivitäten des nächsten Tages. Hier gibt es auch anständiges W-LAN, so dass man bei einem kalten Bier auch seine Kontakte nach Hause pflegen kann.

Die Preise für Unterkunft und Verpflegung liegen je nach gewähltem Bungalow zwischen 35 und 55 €/Person. Nur das Mittagessen muss man selbst bezahlen. Die Preise dafür sind aber sehr zivil. Nachmittags gibt es außerdem Kaffee/Tee und ein Stück Kuchen.

Morgens ist ein reichhaltiges Frühstück mit zwei Sorten selbst gebackenem Brot im Angebot. Abends kann man sich am Buffet bedienen. Einmal in der Woche wird Barbecue am Strand angeboten. Uns hat das Essen im Prince John ausgezeichnet geschmeckt.

 

Tauchen im Prince John Dive Resort

Tauchplätze Prince John Dive Resort Die PADI-Tauchbasis ist gut ausgestattet und wird professionell geführt. Wer ohne eigene Ausrüstung anreist kann hier auch gut gewartetes Equipment ausleihen. Die Tauchguides sind sehr hilfsbereit und freundlich.
Wir hatten für uns beide immer einen eigenen Tauchguide, der morgens schon die Ausrüstung vorbereitet hatte und am Nachmittag alles wieder in Süßwasser wusch und aufhängte. Wir brauchten uns nur um unsere Foto- und Videoausrüstung zu kümmern, die in insgesamt drei Süßwasserbehältern nach den Tauchgängen gut gewässert werden konnten.

Die Basis verfügt außerdem über einen klimatisierten Kameraraum mit mehreren gut beleuchteten Arbeitsstationen und Lademöglichkeiten. Insgesamt drei Tauchboote bringen die Taucher zu den über 20 Tauchplätzen in der Gegend. Die meisten sind in wenigen Minuten angefahren, weiter entfernt liegende Plätze im sog. Outer Circle werden in der Regel im Rahmen einer Tagestour mit dem größeren Holzboot der Basis angefahren.

Tauchen am sehr schönen Hausriff ist direkt vom Strand aus möglich. Alle Taucher legen ihre Tauchausrüstung in der Tauchbasis an und gehen die etwa 50 m durch den feinen Sandstrand bis zu den Booten. Auf Wunsch tragen die Tauchguides aber auch die Flaschen für ihre Gäste zu den Booten. Die Tauchplätze des Inner Circle (s. Karte) liegen alle nur wenige Minuten Bootsfahrt von der Basis entfernt. Das Hausriff und die Green Wall beginnen gleich vor dem Resort, die anderen Plätze werden mit dem Boot angefahren.
Die Tauchplätze vor dem Resort bieten besonders im Makrobereich lohnende Motive. Neben vielen verschiedenen Schneckenarten, sahen wir Schaukelfische, Muränen und die üblichen Riffbewohner. Andere Taucher entdeckten hier sogar einen Blauringkraken. Etwas weiter in der Bucht kann vor der Hafeneinfahrt von Donggala auch das Wrack der Gili Raja betaucht werden. Es liegt allerdings ziemlich tief und sollte daher auch nur von erfahrenen Tauchern betaucht werden. Für Makro-Liebhaber ist auch die Jetty von Donggala ein lohnenswertes Ziel. Wir sahen mehrere Anglerfische und sogar einen Wonderpus Kraken.
Die Tauchplätze außerhalb der Bucht haben in aller Regel bessere Sichtweiten, man sieht mehr Schwarmfische, Schildkröten und mit Glück auch den einen oder anderen Hai. Sogar Dugongs wurden hier schon gesichtet. Die Tauchplätze im Outer Circle werden im Rahmen von Tagestouren angefahren. Bei guter Sicht kann man an den verschiedenen Unterwasserbergen und Atollen Fischschwärme, Schildkröten und verschiedene Haie sehen.

Sehr zu empfehlen sind die vom Resort angebotenen zweitägigen Ausflüge nach Pasoso und Parigi. Pasoso ist eine kleine vorgelagerte Insel im Norden von Tanjung Karang. Pasoso selbst ist ein Schildkröten Schutzgebiet. Hier legen verschiedene Schildkrötenarten ihre Eier ab. Entsprechend häufig sieht man sie auch bei Tauchgängen. Auch die Chancen auf Haibegegnungen und Schwarmfisch sind bei dieser Tour sehr hoch. Übernachtet wird in einer geschützten Bucht auf dem Holzboot. Bei ruhiger See und sonnigen Wetter ist dies eine wunderschöne und abwechslungsreiche Tour.

Parigi liegt auf der Ostseite von Zentralsulawesi am äußersten Westzipfel der riesigen Tomini Bucht. Unterwegs überquert man mit dem Auto das etwa 1000 m hohe gebirgige Rückgrat von Sulawesi, bevor es dann wieder runter zur Tomini Bucht geht. Mit einem einfachen Holzboot geht es dann vom Strand zu zwei Tauchplätzen (Marantale und Parigi) an denen jeweils zwei Tauchgänge durchgeführt werden.
Bei Sichtweiten von gut 40 m konnten wir riesige Röhren- und Trichterschwämme bewundern. Im tieferen Wasser findet man sogar die sogenannten Salvador Dali Schwämme, die bisher nur an den Tauchplätzen vor Gorontalo beschrieben wurden. Hier tauchen gelegentlich sogar Walhaie auf, die sich angeblich in der sehr tiefen Tomini Bucht zur Fortpflanzung einfinden. Außer einigen Napoleons sahen wir allerdings keine größeren Fische.
Das extrem klare Wasser und riesigen Schwammformationen machen den eigentlichen Reiz dieser noch wenig erforschten Tauchplätze aus. Übernachtet wird in einem landestypischen Hotel und nach zwei Tauchgängen am letzten Tag geht es wieder zurück ins Prince John Dive Resort. Eine sehr empfehlenswerte Tour!


Insgesamt verdient die Tauchbasis des Prince John Dive Resort ein dickes Lob. Der Kameraraum ist sauber, gut ausgeleuchtet und trocken. Die Organisation ist perfekt, die Guides sind hoch motiviert und hilfsbereit und zum Schluss bekommt jeder Taucher sogar eine schriftliche Zusammenstellung aller Tauchgänge mit Angabe der Tauchplätze und der jeweiligen Guides. Einen solchen Service habe ich bisher in keinem anderen Tauchresort bekommen. Ein Tauchgang kostet 29 €. Bei Bootstauchgängen kommen 6 € dazu. Daneben gibt es verschiedene Tauchpakete mit 10, 15, 20 und 30 Tauchgängen. Wer länger im Resort bleiben will, kann durch den Kauf eines dieser Pakete die Kosten weiter drücken.  

Tauchen in Bira

Bis September 1997 gab es ein echtes Hai-Light am indonesischen Tauchhimmel: Bira, ein kleiner Ort im äußersten Süden von Sulawesi wurde ein echter Geheimtip für Taucher, nachdem Timo und Justi dort eine Tauchbasis eröffnet hatten. Neben ausgedehnten Sandstränden bieten die Gewässer um Bira und den vorgelagerten Inseln ein neues Tauchrevier der Spitzenklasse in Indonesien. Unsere Tauchgänge im Sommer 1997 zählen zu den besten, die wir in Indonesien gemacht haben. An unserem liebsten Tauchplatz, am Kap Bira, sahen wir regelmäßig sehr viele Graue Riffhaie, Weiß- und Schwarzpitzenhaie und bei einem Tauchgang sogar zwei über 3m lange Hammerhaie. Regelmäßig konnten wir Napoleons, große Zackenbarsche, Barrakudas, Adlerrochen und Thunfische beobachten. Im April/Mai/Juni ist Walhaisaison und ab August sind häufig Mantas zu sehen. Mittaucher sahen zwei Mondfische, die wir leider nur an der Oberfläche springen sahen. Darüber hinaus gibt es einige sehenswerte Wände, die keinen Vergleich mit Manado scheuen müssen.
Bira Beach - Felsen und
                  Sandstrand
Bira bietet Tauchmöglichkeiten für Anfänger und Fortgeschrittene. Allerdings sind die Strömungen an den interessantesten Tauchplätzen zum Teil sehr stark und daher nur etwas für erfahrene Taucher. Die Ausfahrt erfolgt bei Flut vom flachen Strand zu den zwischen 15 und 120 Minuten entfernten Tauchplätzen. Die verwendeten Boote sind relativ klein und reagieren wegen der flachen Bauweise auf jede Welle, was bei längeren Ausfahrten schon unangenehm werden kann. Das Wasser war während unseres Aufenthaltes im August 97 extrem kalt (23-24°C). Wir froren in unseren 3mm-Anzügen ganz erbärmlich. In der kalten Zeit empfiehlt sich daher die Mitnahme von 5mm- oder Halbtrockenanzügen. Allerdings ist die Wassertemperatur abhängig vom Monsun. Sie ist von September bis April wieder sehr hoch. Es ist daher sinnvoll, sich vor der Anreise über die Temperaturverhältnisse vor Ort genau zu informieren.

Seit September 1997 hat sich die Situation in Bira radikal verändert. Die deutsche Tauchbasis ist geschlossen. Timo und Justi wurden des Landes verwiesen, nachdem es zu Konflikten mit den örtlichen Machthabern gekommen war. Der Versuch des Bira Beach Hotels mit indonesischem Personal die Tauchbasis weiterzuführen, führte schließlich im Dezember 1997 zur Katastrophe. Eine fünfköpfige japanische Tauchergruppe geriet mit ihrem unerfahrenen Guide vor der Insel Pulau Kambing in eine starke Strömung und konnte auch nach mehrwöchiger Suche nicht mehr gefunden werden. Nur der Guide überlebte und wurde 24 Stunden später am Strand einer Insel im Golf von Bone gefunden. In der Presse wurde perfiderweise der Versuch unternommen, dieses Unglück den beiden Deutschen in die Schuhe zu schieben, obwohl sie sich zum Zeitpunkt des Unglücks schon seit über 2 Monaten nicht mehr im Land aufhielten.
Blick auf die
                  vorgelagerten Inseln
In Unkenntnis dieser Vorgänge sind wir im April 1998 erneut in Bira gewesen, um zu tauchen. Das Bira Beach Hotel bietet neben einer "Missing Japanese Tour" nun auch wieder Tauchexkursionen an, allerdings unter Rahmenbedingungen, die alles andere als vertrauenserweckend sind. Zur Verfügung stand ein Sammelsurium verschiedener, alter 10 l und 12 l Stahl- und Aluminiumflaschen und ein Kompressor, der nach drei Tagen seinen Geist aufgab, so daß die Flaschen täglich nach Makassar (Ujung Pandang) zum Füllen gebracht werden mußten. Unser "Guide" kam aus Manado, hatte gerade 60 Tauchgänge in seinem Logbuch und kannte die Tauchplätze nicht.

Bei unserem Besuch im Sommer 2001 konnten wir feststellen, dass sich an der Gesamtsituation in Bira leider wenig geändert hat. Das Bira Beach Hotel bietet wieder Tauchgänge an. Der Kompressor ist noch immer der alte, der 1998 schon nicht zufriedenstellend funktionierte und der Tauchguide verfügt über keine ausreichende Qualifikation. Der Preis für einen Tauchgang liegt mit (möglicherweise verhandelbaren) 35 US$ viel zu hoch.

Sollte sich an diesen Rahmenbedingungen nichts ändern, können wir nur dringend vom Tauchen mit dem Bira Beach Hotel abraten.

Seit Ende 2002 gibt es wieder eine Tauchbasis bei Anda Bungalows unter deutscher Leitung. 2004 wurde die Anlage renoviert und bietet nun deutlich mehr Komfort als früher. Auch die Tauchbasis wird wieder professionell geführt. Ende 2006 soll ein neues Tauchboot in Dienst gestellt werden.

Anda Diving in
                Bira

Zwischen Oktober und März ist Bira ein idealer Ausgangspunkt für Tauch- und Segelsafaris nach Selayar und ins Takabonerate Archipel. Im Hafen von Bira liegen in diesem Zeitraum immer viele traditionelle Segelschoner, die für wenig Geld mehrtägige Touren nach Selayar und darüber hinaus anbieten.



 

Suche im BodeWeb

E-Mail

©M. Bode 11/2015

Home