Die Togian Inseln



Die Togian Inseln liegen in Indonesien im Tomini Golf, der mit Meerestiefen von über tausend Metern Zentralsulawesi von Nordsulawesi trennt. Die Inselgruppe besteht aus einer großen Anzahl kleiner und kleinster Inseln, die alle mit dichtem Dschungel bewachsen sind. Sogar ein aktiver Vulkan gehört zur Gruppe: Der Vulkan Una Una.

Das satte Grün der Inseln und das kristallklare Wasser lässt Südseefantasien aufkommen. Nicht zuletzt deshalb haben sich die Togian Inseln zu einem beliebten Traveller-Reiseziel entwickelt. Mittlerweile stehen auf vielen Inseln preiswerte Unterkünfte zur Verfügung.

In der Regenzeit muss mit Malaria Infektionsgefahr gerechnet werden. Sowohl P. vivax als auch P. falciparum kommen vor.




Wie kommt man hin?

Mit dem Bus
Von Süden kommend folgt man dem Trans Sulawesi Highway bis nach Poso und von dort nach Ampana. Im Mai 2000 kam es in der Poso Region zu schweren Unruhen. 2002 kam sogar bei einem Überfall moslemischer Terroristen auf einen Bus in der Nähe von Poso ein italienischer Tourist ums Leben. Von den damals erfolgten Verwüstungen moslemischer und christlicher Ortschaften ist heute nur noch wenig zu sehen.

Mittlerweile hat sich die Lage in der Region beruhigt, obwohl die Polizei immer noch nach einer Gruppe von Moslem-Terroristen fahndet. Man vermutet, dass sie sich in die unzugänglichen Berge im Süden zurückgezogen haben.

Ich empfehle auf jeden Fall, sich vor der Abreise in Makassar genau über die aktuelle Situation in dieser Region zu informieren. Aktuelle Hinweise und Reisewarnungen bietet das Auswärtige Amt.

Die Überfahrt von Ampana zu den Togian Inseln dauert je nach Reiseziel und gewählter Fähre zwischen 2 und 4 Stunden.

Die Anreise von Norden führt über Gorontalo, das von Manado aus per Bus einfach zu erreichen ist. Dort kann man mit der zweimal wöchentlich verkehrenden Fähre in 12 Stunden über Nacht von Gorontalo nach Wakai (Togian Inseln) fahren.

Per Flugzeug
Mittlerweile gibt es sowohl Flugverbindungen nach Gorontalo als auch nach Ampana. Gorontalo ist allerdings besser an das indonesische Flugnetz angebunden als Ampana.

Per Schiff
Alle Besucher der Togian Inseln reisen per Schiff an. Von Norden aus Gorontalo fährt die KM Tuna Tomini zweimal die Woche jeweils am Dienstag und Freitag gegen 18.00 Uhr los und kommt am frühen Morgen in Wakai auf den Togian Inseln an. Auch von Marissa aus besteht die Möglichkeit, mit einem gecharterten Boot zu den Togian Inseln zu fahren (ca. 5 Std. Überfahrt).

Von Süden aus fahren neben der Tuna Tomini (montags und donnerstags) mehrere kleinere Fähren im Wechsel von Ampana nach Wakai, einige auch mit Zwischenstopp in Bomba. Es gibt auch Schnellfähren, die den Weg von Ampana nach Wakai in etwa 2 Stunden zurücklegen.


Fähre nach Gorontalo
Wakai Fähranleger
Schnellfähre nach Ampana
Schnellfähre nach Ampana, Gepäck
Schnellfähre, Blick ins Innere


Unterkünfte auf den Togian Inseln



Die Togian Inseln werden vor allem von Rucksackreisenden besucht. Vor allem Menschen mit viel Zeit aber niedrigem Reisebudget kommen auf die Inseln und bleiben dann auch recht lange vor Ort. Das Angebot an Unterkünften richtet sich daher auch in erster Linie an diese Klientel. Da es auf den Inseln keinerlei Restaurants gibt, bieten alle Resorts Vollpension an. Luxus-Resorts wie etwa auf Bali wird man hier vergeblich suchen. Trotzdem kann es in der Hauptreisezeit im europäischen Sommer recht voll werden. In der Regel lässt sich aber auch dann immer etwas Passendes finden.

Alle Togian-Besucher kommen zuerst in Wakai auf der Insel Batudaka mit den Fähren von Ampana im Süden oder Gorontalo im Norden an. Wer bereits Kontakt mit seinem Wunschresort aufgenommen hat, wird von hier abgeholt und auf direktem Weg mit dem Boot zur Unterkunft gebracht. Auch in Wakai gibt es einfache Unterkünfte, in denen man zur Not eine Nacht oder zwei verbringen kann. Empfehlenswert ist der Ort allerdings nicht. Das Wasser ist schmutzig und nachts treiben sich Leistenkrokodile in Nähe des schlammigen Ufers herum.

Kadidiri
Die Weg der meisten Besucher, die auf den Togian Inseln ankommen, führt zuerst auf die kleine Insel Kadidiri, etwa 30 Bootsminuten von Wakai entfernt. Die im folgenden vorgestellten Unterkünfte haben auch eigene Tauchbasen.

Auf Kadidiris Nordseite liegen gleich zwei Anlagen. Wir waren mit unserer Unterkunft im Kadidiri Paradise sehr zufrieden. Die besseren Bungalows stehen auf Stelzen direkt im Wasser und sind sehr geräumig. Das Essen war ausgezeichnet und abwechslungsreich. Nur das Kadidiri Paradise hat einen eigenen Sandstrand und einen langen Steg von dem man wunderbar die spektakulären Sonnenuntergänge auf den Togian Inseln genießen kann.

Gleich nebenan liegt das Black Marlin Dive Resort. Dort ist mittlerweile auch der letzte Rest Sandstrand weggespült worden, so dass man hier nur im Schutz einer Mauer auf aufgeschüttetem Sand liegen kann. Ein großer Felsen direkt vor dem Resort verdeckt leider jeden Tag die untergehende Sonne. Viele Bungalows liegen tagsüber in der prallen Sonne und heizen sich dann extrem auf.
Insgesamt macht die Anlage einen vernachlässigten und ungepflegten Eindruck. Der Eigentümer lebt in Bali und ist nur selten vor Ort. Unser Bungalow wurde in den fast zwei Wochen, die wir im Black Marlin verbrachten, nie geputzt. Die indonesische Resort-Leiterin scheint eigene Geschäfte mit indonesischen Gästen zu machen, die für wenig Geld das Wochenende im Resort verbringen konnten und unglaublich laut und aufdringlich waren. Ich rate daher dringend von einem Aufenthalt im Black Marlin Dive Resort ab.

In einer Bucht an der Ostseite von Kadidiri liegt das Harmony Bay Resort. Von den beiden anderen Resorts im Norden ist diese Bucht nur nach einem anstrengenden Fußmarsch zu erreichen. Gäste werden daher in Wakai abgeholt und zum Resort gebracht. Das Harmony bietet ähnlich wie das Kadidiri Paradise unterschiedliche Holzbungalows am schmalen Sandstrand an. Die Deluxe Bungalows mit großer Veranda direkt am Wasser machen einen sehr guten Eindruck.


Sonnenuntergang Blick von Kadidiri Paradise
Sonnenuntergang Kadidiri Paradise
Steg, Kadidiri Paradise
Kadidiri Paradise, Wasserbungalows
Kadidiri Paradise, Standardbungalow
Kadidiri Paradise, Bungalow
Kadidiri Paradise, Restaurant
Black Marlin, Tauchboote und Restaurant
Black Marlin
Black Marlin, Bungalows
Black Marlin Bungalow
Black Marlin, Blick von Veranda
Black Marlin Restaurant
Black Marlin Liegefläche
Bomba
In der Nähe des Dorfes Bomba auf der Insel Batudaka liegen zwei weitere Resorts mit angeschlossenen Tauchbasen. Bomba wird von den von oder nach Ampana fahrenden Fähren häufig als Zwischenstopp angefahren, so dass Besucher hier auch aus- oder zusteigen können. Allerdings kann es vorkommen, dass Fähren, die bereits in Wakai zu voll sind, in Bomba keine weiteren Gäste mehr aufnehmen. Dann muss man gegebenenfalls einen Tag auf die nächste Fähre warten.

Das Araya Dive Resort liegt sehr schön auf einem Hang direkt über einer geschützten Bucht. Die neuen Deluxe Bungalows liegen auf einem Hügel im Dschungel und bieten schöne Ausblicke auf die Tomini Bucht. Billiger sind die Zimmer in der Dive Lodge. Einige Gäste übernachten auch im in der Nähe gelegenen Poki Poki und tauchen mit den Bomba Divers des Araya Dive Resorts.

Auch das Togian Island Retreat bietet Tauchmöglichkeiten an. Insgesamt 20 Holzbungalows stehen hier den Gästen zur Verfügung. Die Oceanfront Cottages mit großen Doppelbetten und eigenem Bad/WC sind hier zu empfehlen. In der zweiten Reihe liegen die Garden Cottages mit gemeinsam genutzten Bad/WC.


Una Una
Die besten Tauchplätze auf den Togian Inseln liegen zweifellos vor Vulkaninsel Una Una. Nach dem letzten verheerenden Ausbruch des Vulkans Colo im Jahr 1983 mussten sämtliche 7000 Bewohner die Insel verlassen und konnten jahrelang nicht zurückkehren. Das hat sich in den letzten Jahren geändert. Immer mehr Menschen kehren zurück und erste kleine Siedlungen sind entstanden. Sogar zwei einfache Tauchresorts haben mittlerweile auf Una Una ihre Tore geöffnet.

Das Sanctum Una Una verfügt über 18 im Halbkreis angeordnete, einfache Unterkünfte. Einige (Deluxe) davon haben ein privates Bad/WC. Die Gäste in den Standard Zimmern müssen sich die Gemeinschafts-Sanitäranlagen teilen. Sogar ein - allerdings verschmutzter - Pool ist vorhanden. Hineinspringen möchte man da allerdings nicht. Dank des aktiven Vulkans auf der Insel steht sogar warmes Wasser zur Verfügung, das aus unterirdischen Quellen stammt.

Gleich neben dem Sanctum liegt das Pristine Paradise Dive Resort. Es ist erst 2017 entstanden und bietet in seiner derzeitigen Ausbaustufe Unterkunft in 6 Holzbungalows mit Bad/WC. Wie im Sanctum ist die kleine Tauchbasis in einer einfachen Hütte am schwarzen Strand untergebracht.


Sanctum Una Una Blick auf Bungalows vom Pool
Bungalows mitGemeinschaftssanitäranlagen
Sanctum Una Una, VIP Bungalows
Sanctum Una Una, Tauchbasis & Restaurant
Sanctum Una Una, Steg und Hängematten
Pristine Paradise, Tauchbasis und Bungalows
Pristine Paradise, Bungalows
Pristine Paradise, Steg
Pristine Paradise, Blick auf Steg
Pristine Paradise, Im Hintergrund verdeckt das Restaurant

Tauchen auf den Togian Inseln

Zur Geografie der Togian Inseln
Die Lage der Togian Inseln im riesigen Golf von Tomini ist in mehrfacher Hinsicht taucherisch interessant. Nach Osten hin erstreckt sich die Bucht in die Molukkensee. Hier ist sie an der engsten Stelle auch nur etwa 95 km breit, während sie nach Westen in ihrer größten Breite immerhin 200 km misst. Auch die Meerestiefen sind beeindruckend. Über 4000 m hat man im Gorontalo Becken am nordöstlichen Rand gemessen und weiter im Westen liegen die Meerestiefen auch noch bei bis zu 1500 m. Aus diesem Tiefseebecken erheben sich die Togian Inseln und Una Una. Die hohen Gebirgszüge im Norden und im Süden schützen die Bucht vor den schlimmsten Auswirkungen der beiden Monsunzeiten. Die Togian Inseln können daher ganzjährig besucht werden.

Die geschützte Lage sorgt auch dafür, dass das Wasser hier relativ strömungsarm ist. Starke Strömungen wie in Komodo, Alor oder auch Raja Ampat sind hier unbekannt. Manchmal treibt man entspannt an schön bewachsenen Steilwänden entlang. Das ist aber auch alles, was man im Hinblick auf Strömungstauchgänge auf den Togians antreffen wird. Die Sichtweiten sind entsprechend. Sie liegen bei den meisten Tauchgängen bei über 25 m, auch 40 m können erreicht werden. Nur in den Kanälen zwischen den Inseln und vor Mangrovensümpfen ist sie deutlich schlechter.

Fragile Vielfalt unter Wasser
Im ruhigen Wasser haben sich im Laufe von Jahrtausenden besonders schöne Hartkorallen entwickelt. Ein Alleinstellungsmerkmal der Togian Inseln war daher auch immer die Größe besonders der Hirschgeweih- und Tischkorallen im relativ flachen Wasser. Auch Vasen- und Röhrenschwämme erreichen besonders an Steilwänden gigantische Ausmaße.
Besonders im Norden vor Gorontalo aber auch im Westen der Tomini Bucht bei Parigi findet man in Tiefen ab 30 m die erst vor kurzem neu entdeckten Salvador Dali Schwämme. Auf den Togian Inseln kommt diese Art allerdings nicht vor.

Wie überall im Korallendreieck ist die Artenvielfalt hoch. Bei Tauchgängen sieht man über den Steinkoralllen Schwärme von Riffbarschen, Papageienfische knabbern an den Korallen herum und Füsiliere durchkämmen die Korallen auf der Suche nach Fressbarem. Im Blauwasser sieht man hin und wieder Schildkröten, einzelne Weißspitzen-Riffhaie und Hundszahn-Thunfische. Nur noch vereinzelt sieht man die früher in großer Zahl vorkommenden Büffelkopf-Papageienfische. Insgesamt ist das Angebot an Großfisch aber eher gering.

Tauchplaetze vor Una Una
Nur Una Una stellt hier eine Ausnahme dar. Hier findet man noch riesige Barrakuda- und Makrelenschwärme. Überhaupt ist vor dieser Insel die Biomasse und Artenvielfalt viel größer als sonst auf den Togian Inseln. Woran das liegt? Dazu beigetragen hat sicherlich indirekt der verheerende Vulkanausbruch im Jahr 1983. In den Jahren danach blieb die Insel menschenleer und erst in den letzten Jahren hat die langsame Wiederbesiedlung eingesetzt. Auch die Fischer haben jahrelang den Vulkan gemieden, so dass sich der Fischbestand ungehindert entwickeln konnte.

Den Erfolg dieser unfreiwilligen Schutzmaßnahme können heute Taucher auf Una Una bewundern. Wie lange das noch gut geht, lässt sich nicht abschließend sagen. Mit der nach Una Una zurückkehrenden Bevölkerung wird natürlich auch der Druck auf die natürlichen Ressourcen im Wasser ansteigen. Es wird auch von den beiden Tauchbasen auf der Insel abhängen, ob es ihnen im Dialog mit der Bevölkerung gelingt, diese von einem nachhaltigen Umgang mit dem Nahrungsangebot im Meer zu überzeugen.

Quallensee
Eine weitere Besonderheit auf den Togian Inseln ist der Quallensee auf der Insel Katupat. Der nach einem kurzen Fußweg vom Meer aus erreichbare See ist mit Brackwasser gefüllt. Im See leben zwei nicht nesselnde Quallenarten. Eine Art schwebt unter der Wasseroberfläche und generiert mit in der Qualle eingelagerten Algen mit Hilfe des Sonnenlichts Kohlenhydrate. Die andere, räuberische Art lebt auf dem Boden des Sees und jagt als auf dem Kopf stehende Qualle (Upside Down Jellyfish) die andere Quallenart. Ähnliche Quallenseen findet man in Indonesien auch auf Kakaban und Misool.


B-24 Bomber
Das B-24 Wrack
Ein Besuch des Wracks eines B-24 Liberator Bombers, das vor einem Mangrovensumpf in einer Tiefe von etwa 25 m liegt, ist ein weiteres Highlight für Taucher auf den Togian Inseln und ist von Kadidiri in einer knappen Stunde zu erreichen.
Das Wrack liegt auf schlammigem Untergrund und die Nähe zu den Mangroven sorgt dafür, dass die Sicht nicht sonderlich gut ist. Mit einer Gruppe gut tarierter Taucher ist der Besuch des Wracks ein Genuss. Es ist mit Weichkorallen bewachsen und beheimatet neben Garnelen, Nacktkiemenschnecken auch eine große Zahl von Feuerfischen. Im Stand für die Bordkanone wächst eine große Seeanemone mit Clownfischen.

Der Pilot befand sich am 3. Mai 1945 mit der viermotorige Maschine im Anflug auf den Hafen von Makassar als sie nach einem Angriff durch japanische Jagdbomber mit brennenden Motoren vor den Togian Inseln notlanden musste. Der Pilot konnte noch die Basis auf Morotai benachrichtigen, bevor er das Flugzeug in einer perfekten Bauchlandung zu Wasser brachte. Kurze Zeit später wurde die komplette Mannschaft mit einem Wasserflugzeug gerettet.


Togian Inseln: Gefahren im Paradies

Zwei große Gefahren bedrohen das Unterwasser-Paradies der Togian Inseln: Die Meereserwärmung und die Dynamitfischerei.

Während ich vor zwanzig Jahren noch im Flachwasser vor Kadidiri über gesunden Hartkorallen schnorcheln konnte und große Schwärme der gut 1 m langen Büffelkopf-Papageienfische im Flachwasser zu sehen waren, findet man hier heute nur noch wenige intakte Korallen vor. Auch die Büffelköpfe sind verschwunden.

Insbesondere das letzte El Niño Ereignis 2016/17 hat auf den Togian Inseln verheerende Auswirkungen hinterlassen. Besonders die flacheren Tauchplätze im Bereich bis 20 m sind schwer von der Korallenbleiche gezeichnet.

Ich habe im Dezember 2017 an einigen Tauchplätzen nur noch abgestorbene Tischkorallen vorgefunden, die mit einem grauen, schleimigen Substrat bedeckt waren. Ein deprimierender Anblick! Einst sehr gute Tauchplätze vor Kadidiri wie The Gap, The Crack, New Reef und Coral Garden sind praktisch tot. An den Steilwänden ist das Korallensterben weniger ersichtlich. Hier sind vorwiegend die Korallendächer betroffen, an den Wänden selbst scheint der Bewuchs nicht geschädigt zu sein.

Das zweite noch immer ungelöste Problem ist die Dynamitfischerei. Die auf den Togian Inseln in großer Anzahl in Pfahldörfern über dem Wasser lebenden Bajos (Seezigeuner) sind seit Jahren berüchtigt für ihren rücksichtslosen Einsatz von Dynamit und selbst hergestelltem Sprengstoff beim Fischfang. Abgerissene Hände und Finger, die man beim Besuch der Bajo-Dörfer zu sehen bekommt, sprechen eine deutliche Sprache. Es ist zwar gelungen, die Dynamitfischerei zurückzudrängen. Trotzdem hört man während Tauchgängen immer wieder Explosionen unter Wasser. Besonders oft war dies übrigens vor Una Una zu hören. Hier gibt es ja auch den meisten Fisch!
Ein eigentlich sehr schöner, weil fischreicher Tauchplatz (Hongkong/Chinatown) ist von Dynamitfischern mittlerweile völlig verwüstet. Ein Wunder, dass dort immer noch viel Fisch zu sehen ist. Meiner Meinung nach sollte man diesen Platz Hiroshima nennen.


Tauchbasen auf den Togian Inseln

Tauchbasis, Kadidiri Paradise
Kadidiri Paradise. Tauchbasis
Die oben vorgestellten Resorts verfügen alle über angeschlossene Tauchbasen. In der Regel bieten sie ein überschaubares Angebot an Leihausrüstungen, denn die meisten Togian-Besucher reisen ohne eigene Tauchausrüstung an. Viele wollen auch erst in einem der Resorts das Tauchen lernen. Ich empfehle, dass man wenigstens seine eigene ABC-Ausrüstung im Gepäck dabei hat. Insbesondere dann, wenn man als Brillenträger auf korrigierte Gläser angewiesen ist.

Einige Tauchbasen werben mit Padi-Instruktoren als Basisleitungen. Vielfach findet man aber nur PADI oder SSI-Divemaster mit einer überschaubaren Anzahl von geloggten Tauchgängen vor. Diese frisch gebackenen Divemaster haben ihre Ausbildung oft in Thailand absolviert und verdingen sich dann für einige Monate auf den Togian Inseln. Die Eigentümer der Tauchresorts scheuen oft die Kosten für fest angestellte Instruktoren und wechseln alle paar Monate die Divemaster durch neue aus. Das ist billiger, erhöht aber natürlich nicht die Tauchsicherheit und bei den Tauchgängen kann man sich nicht darauf verlassen, dass die Guides einem wirklich etwas zeigen können. Das muss man dann schon häufig selbst machen.

Einige Tauchbasen tauchen auch mit viel zu großen Gruppen. Das bedeutet, dass man manchmal mit weiteren 6 oder 8 Tauchern in einer Gruppe unter Wasser ist. Auf den Togian Inseln sind dann mit Sicherheit immer auch viele unerfahrene Taucher und manchmal absolute Anfänger dabei. Das kann definitiv nerven. Man sollte dann im Gespräch mit den Diveguides eine Lösung suchen.


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Black Marlin. Tauchbasis
Es macht durchaus Sinn, sich als sicherheitsbewusster Taucher auf den Togian Inseln im jeweiligen Resort die Tauchtechnik genauer anzusehen. Werden die Filter der Kompressoren regelmäßig ausgetauscht? Welchen Eindruck machen die Leihgeräte? Wird nach den Tauchgängen das Gerät ordentlich im Süßwasser gewässert? Vor jedem Tauchgang sollte auf jeden Fall die Luftqualität per Schnüffelprobe kontrolliert werden.

Aus Facebook fand man zu diesem Thema bei Black Marlin beispielsweise haarsträubende Berichte von Tauchern, die über schlechte Atemluft und nicht funktionierende Lungenautomaten klagten. Während meines Aufenthaltes bei Black Marlin im Dezember 2017 musste beispielsweise ein indonesischer Taucher einen Notaufstieg aus 12 m Tiefe machen, weil sein Lungenautomat Wasser zog. Offensichtlich wird in dieser Tauchbasis bedenkenlos weiterhin defektes Material ausgeliehen. Die Diveguides taten übrigens so als sei das die eigene Schuld des unerfahrenen indonesischen Tauchers. Der Lungenautomat selbst wurde keiner Prüfung unterzogen. Also noch einmal: Vorsicht beim Tauchen mit Black Marlin!

Auch für die anderen Tauchbasen möchte ich meine Hände nicht ins Feuer legen. Auf den Togian Inseln ist der selbst verantwortliche Taucher gefragt. Hier sollte man - insbesondere wenn man nicht mit seiner eigenen Ausrüstung anreist - lieber einmal zu viel kontrollieren als hinterher das Nachsehen zu haben.

Die Tauchbasis von Kadidiri Paradise hinterließ bei mir dagegen einen guten Eindruck. Gonzaque, ein Urgestein aus den Anfangszeiten des Tauchens auf den Togian Inseln, der die meisten Tauchplätze vor Kadidiri und Una Una entdeckt und für Taucher erschlossen hat, wohnt hier immer noch mehrere Monate im Jahr in seiner eigenen Hütte und kümmert sich zusammen mit den Divemastern des Resorts um dasTauchen.

Für alle anderen Tauchresorts gilt das oben Gesagte in Sachen Tauchsicherheit.


Nichts wie hin …

Nun, wen die negativen Seiten nicht allzu stören, der findet auf den Togian Inseln immer noch ein - wenn auch leicht angekratztes - Über- und Unterwasserparadies. Für Tauchanfänger und Menschen, die das Tauchen erst lernen wollen, sind die Togian Inseln einfach ideal. Das Wasser ist klar und warm und Strömungen gibt es kaum. Die bunte Unterwasserwelt begeistert noch immer und wer nicht gesehen hat, wie es hier früher einmal war, findet das alles immer noch atemberaubend schön.
Also nichts wie hin. Zeit sollte man aber schon haben. Ich empfehle, während des Aufenthaltes mehrere Resorts auszuprobieren. Dann kommt auch bestimmt keine Langeweile auf.