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Misool ist die südlichste Insel der Raja Ampat Gruppe. Mit etwa 2000 km² Fläche gehört sie zu den größeren Raja Ampat Inseln. Das Inselinnere ist nicht erschlossen und steile Bergkämme, die sich fächerförmig weit ins Meer hinein fortsetzen, erschweren das Fortkommen an Land ganz erheblich. In den ausgedehnten Mangrovenwäldern von Misool kommen noch immer Leistenkrokodile vor. Bis vor wenigen Jahren wurde Misool nur von wenigen Tauchschiffen angefahren. Heute gehört aber ein Besuch der tollen Tauchplätze vor Misool zu jeder anspruchsvollen 10-Tage-Tour im Raja Ampat Gebiet.
Im Südosten von Misool, auf einer der vorgelagerten Inseln gibt es seit 2008 eine weitere, landbasierte Tauchmöglichkeit im Raja Ampat Gebiet:

Das Misool Eco Resort

Der Aufbau dieses Resorts in einer derart abgelegenen Gegend muss schon ein Abenteuer an sich gewesen sein und stellt eine beachtliche Leistung des Engländers Andy Miners dar, der dieses Resort mit der Hilfe des Deutschen Thorben Niemann in mehrjähriger Bauzeit errichtet hat. Bei meinem ersten Besuch der noch unfertigen Basis im Jahr 2007 sah es noch ziemlich wüst aus und man konnte nur erahnen, wie das Resort im Endausbau dann einmal aussehen würde.
Misool Eco 2007: Blick auf Lagune
Misool Eco 2007: Blick auf Lagune
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Misool Eco 2007: Baustelle des Restaurants
Seit Ende 2008 ist das Resort geöffnet und sieht längst nicht mehr so chaotisch aus, wie im Jahr zuvor. Die folgenden Bilder wurden März 2009 geschossen und belegen, dass in der Zwischenzeit ganze Arbeit geleistet wurde.
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Misool Eco 2009: Blick auf die Lagune
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Misool Eco 2009: Wasserbungalows
Die Gäste des Misool Eco Resorts werden in Sorong abgeholt und müssen dann eine vier- bis fünfstündige, anstrengende Überfahrt im Speedboot in Kauf nehmen. Bei dieser Tour wird ordentlich Treibstoff verbrannt, was gar nicht so recht zu dem Öko-Label passen will, das sich das Resort selbst verpasst hat.

Öko ist auch eher die Art und Weise, wie man das Resort erbaut hat. Zur Verwendung kam Treibholz und 'natürlich' gefälltes Holz aus der Umgebung. Ob dieses Holz aber den harten klimatischen Bedingungen der Tropen auf Dauer standhalten wird, wage ich zu bezweifeln. So sahen die billigeren Hütten in der Nachbarbucht schon nach einem Jahr Benutzung ziemlich heruntergekommen aus. Auf die aufwändiger hergestellten Wasserbungalows in der Lagune traf das allerdings nicht zu. Sie machten bei unserem Besuch im Frühjahr 2009 einen sehr guten Eindruck.

Das Restaurant der Basis liegt am Mini-Strand, scheint mir aber etwas zu klein zu sein, um allen Gästen ausreichend Platz zu bieten. Unangenehm fielen uns auch die vielen Moskitos selbst tagsüber auf. Ohne Mückenstiche wird man das Misool Eco Resort wahrscheinlich nicht verlassen. Hoffen wir, dass keine Malaria übertragenden Tierchen dabei sind.

Die Tauchbasis ist sehr gut ausgestattet. Auch Nitrox wird für die Gäste angeboten.

Tauchplätze Misool

Unter taucherischen Gesichtspunkten liegt das Misool Eco Resort in einer Top-Lage. Die meisten Tauchspots sind mit den Speedbooten der Basis in kurzer Zeit erreichbar und sie bieten Tauchgänge der Extraklasse. Das Hausriff ist allerdings nur mittelmäßig, bietet aber im Critter-Bereich doch die eine oder andere interessante Entdeckung.

Die meisten Tauchplätze des Resorts gehören auch zu den Standardtauchplätzen der Tauchschiffe, die hier sporadisch vorbeikommen. Allerdings kennen die Tauchguides der Basis diese Tauchplätze natürlich besser als die der Tauchschiffe, die oft nur im Abstand von mehreren Wochen dieses Gebiet durchfahren.

Für alle Tauchplätze gilt, dass sie phantastisch mit Weichkorallen bewachsen sind und man findet Hartkorallenlandschaften vom Feinsten. Immer wieder begegnet man großen Fischschwärmen - Gelbstreifenschnapper aber auch Makrelen sind häufig, und es gibt eine Manta-Putzerstation mit einer recht großen Chance auch wirklich Mantas zu sehen.

Einige Tauchplätze seien hier kurz vorgestellt. Allerdings ist die Namensgebung nicht eindeutig. Das Resort nennt manche Tauchplätze anders als die Liveaboards, die Misool im Programm haben.

Fiabacet und Fiabacet Kecil
Hier befinden sich mehrere gute Tauchplätze, die besonders bei UW-Fotografen beliebt sind. Es gibt Öffnungen im Riff, durch die man hindurch tauchen kann und die wunderbare Gegenlichtaufnahmen mit farbigen Weichkorallen im Vordergrund ermöglichen. Im Freiwasser sieht man of große Falterfischschwärme und Barrakudas und auf den Gorgonien sitzen auch in geringer Tiefe oft Zwergseepferdchen (H. bargibanti und H. denise).

Pulau Boo
Eine schöne Unterwasserlandschaft mit Fächerkorallen (H. denise) und schöne Weichkorallen. Viele Fischschwärme.

Karang Warakraket (Magic Mountain)
Ein Unterwasserberg mit sehr schönem Bewuchs an Hartkorallen. Im tieferen Teil stehen große Schwärme von Gelbstreifenschnappern und viele Feuerfische liegen auf der Lauer. Hierhin kommen auch Mantas, um sich putzen zu lassen. Im flacheren Teil stehen viele Falterfische in der Strömung.

Gorgonian Passage
Wie der Name schon sagt, handelt es sich bei diesem Tauchgang um einen Strömungstauchgang in einer schmalen Passage zwischen zwei Inseln. Die Steilwände sind hier voller Fächerkorallen (H. bargibanti) und zum Schluss findet man sich in einem sehr schönen Korallengarten wieder.

Diese Aufzählung ist bei Weitem nicht erschöpfend. So liegen westlich von Misool die berühmten Blue Water Mangroves mit einer einzigartigen Mangrovenlandschaft, Weichkorallen und - leider - dem einen oder anderen Salzwasserkrokodil.
Video: Blue Water Impressionen

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